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Die Demontage des ehemaligen Musterhauses im Lang-Gönser Gewerbegebiet ruht seit einigen Wochen.

Demontage in den nächsten Wochen

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Langgöns (pm). Wer durch das Lang-Gönser Gewerbegebiet fährt, dem fällt ein halb abgerissenes Gebäude auf. Die Fenster fehlen ebenso wie das Dach, nur noch die Holzwände ragen in den Himmel. Seit Wochen herrscht hier Stillstand, was auch die Gemeinde als Grundstückseigentümer ärgert. Nun soll Bewegung in die Angelegenheit kommen.

Der Abrisskandidat war einst ein Beispielexemplar. Im Januar 2016 weihte die "woodhousing Deutschland" im Lang-Gönser Gewerbegebiet das Musterhaus ein, um es Vertretern aus Politik und Wirtschaft präsentieren zu können. Die Gebäude dieser Bauart sollen sich schnell auf- und abbauen lassen und damit bei akuter Wohnungsnot zum Einsatz kommen. Denkbare Nutzungen sind als Flüchtlingsunterkunft, Studenten- oder Sozialwohnungen.

Doch mittlerweile ist das Gebäude nicht mehr vorzeigbar. Dies liegt vor allem daran, dass bereits vor einiger Zeit mitten in der Demontage die Arbeiten eingestellt wurden. Bei der Gemeinde Langgöns ist man darüber unzufrieden. "Immer wieder sind Handwerker aufgetaucht, die punktuell demontiert haben", sagt Bürgermeister Marius Reusch. "Dann gab es wieder lange Zeiträume - auch aktuell - in denen nichts passiert ist." Die Gemeinde hatte das Grundstück verpachtet, der Vertrag sei gekündigt.

Die Kommune hat bereits einen Interessenten für das Areal an der Hand: Die Deutsche Glasfaser will das Grundstück als Standort für Service und Werbung pachten, sagte Reusch. Langfristig sei eine Nutzung durch Einzelhandel, Nahversorgung oder Gastronomie vorgesehen, sagte er weiter. Hierzu verhandele man mit einem Kaufinteressenten. Doch solange das Grundstück noch belegt ist, lassen sich diese Pläne nicht realisieren.

Oliver Mosselmann, seit zwei Monaten Geschäftsführer der "woodhousing Deutschland", äußerte Verständnis für die Kritik der Gemeinde. "Die Räumung des Geländes ist für alle nicht zufriedenstellend." Sein Vorgänger sei krankheitsbedingt ausgeschieden, dadurch sei die Demontage in Lang-Göns liegen geblieben. Nun habe man einen Interessenten gefunden, der das Haus abbauen und an anderer Stelle weiternutzen will, sagte Mosselmann. Zudem wolle er in der kommenden Woche mit der Gemeinde sprechen. "Der unsägliche Zustand wird beendet."

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