Collagen mit Wasserflaschenetiketten

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Langgöns(con). "Imara" ist ein Wort aus der Sprache der Inuit-Indianer und bedeutet "Vielleicht". Vor einiger Zeit las die Lang-Gönser Malerin Sigrid Böhmer das Buch "Rasmussens letzte Reise" von Carsten Jensen, dass die Geschichte des dänischen Malers Rasmussen erzählt, der im 19. Jahrhundert zwei Reisen nach Grönland unternimmt, auf der Suche nach sich selbst und der ›richtigen‹ Malerei. "In diesem Buch fand ich das Wort", erklärt die Künstlerin. "Das ganze Leben eines Inuit hat aus einem großen ›Vielleicht‹ bestanden. Seine Zukunft war immer unsicher angesichts seiner Lebensbedingungen."

Eben diese Bedeutung inspirierte Böhmer zu ihrer aktuellen Jahresausstellung: Am Samstag, 8. Februar, lädt sie dazu von 14 bis 17 Uhr in ihr "Atelier im Rottweg 23" in Lang-Göns ein. "Das Wort Imara mit seiner Bedeutung sprach mich sehr an, denn auch ich weiß nicht, was der morgige Tag, was die Zukunft bringen wird und auch mein Leben unterliegt einem ständigen ›Vielleicht‹", sagt die Künstlerin.

In der Ausstellung sind viele Collagen zu sehen - ein Markenzeichen der Künstlerin. Alleine zehn davon beschäftigen sich mit der Kykladeninsel Naxos, die die Malerin besuchte. Auf den meisten der abstrakt wirkenden Collagen sind Wasseretiketten und Tickets eingeklebt, außerdem sind diverse Bilder von Symbolen, Figuren, Schriftzeichen zu erkennen. Auf anderen Stücken hat sie sich von Farben, Formen und Papieren inspirieren lassen. Alle Collagen entstanden in alten, recycelten Büchern, deren Seiten Böhmer mit Farbe übermalt und sie so für ihre neue Aufgabe "präpariert" hat.

Neben den Collagen werden elf farbkräftigen Acrylbilder die Jahresausstellung bereichern: Alle sind unter dem Titel "Flora" der Natur gewidmet. Aber auch bei den Acryl-Werken hier lässt Böhmer die Kombination mit "Fundstücken" nicht los: So bemalt sie Pflanzenblätter aus dem Garten mit Farbe, druckte sie auf Leinwand ab und bearbeitete sie anschließend. So entstand eine Serie von fünf "Rhabarberbildern".

Wer am 8. Februar keine Gelegenheit hat, die Ausstellung zu sehen, kann mit der Künstlerin bis März unter der Telefonnummer 0 64 03/7 60 14 einen Termin vereinbaren. Informationen auch im Internet unter www.sigridboehmer.de.

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