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Ein tolles Geschenk für Oma und Opa, aber auch ein Pflichtgegenstand für das Büro jedes Kommunalpolitikers: Der Kalender mit den Kinderwünschen für Cleeberg.

Bürgerbeteiligung in der Kita

  • Patrick Dehnhardt
    VonPatrick Dehnhardt
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Langgöns (pad). Cleeberg soll im Rahmen des SILEK (Integrierte Ländliche Entwicklungskonzepte mit räumlichem und thematischem Schwerpunkt) attraktiver für die Einwohner, aber auch für Touristen und den Naturschutz werden. Dabei sollen keine Konzepte »von oben« verordnet werden, sondern die Bürger ihr Dorf selbst mitgestalten. Alle Cleeberger konnten ihre Ideen und Wünsche vorbringen - selbst die Jüngsten.

Da diese noch keine Fragebögen ausfüllen können und sie bei einem Diskussionsabend schon längst im Bett liegen müssten, hatte das »Team 360°«, welches SILEK begleitet, eine besondere Idee: Die Kinder der Kindertagesstätte »Regenbogen« sollten ihre Wünsche und Anregungen in Bildern festhalten.

Als das »Team 360°« Kita-Leiterin Lisa Ruppel und Moni Eberhard die Idee präsentierten, waren diese sofort mit im Boot. Auch bei den Kindern mussten sie nicht lange Werbung machen. Diese hatten reichlich Ideen, von einem Abenteuerspielplatz über eine Seilbahn bis hin zu einer Regenbogenrutsche und einem Schildkrötenteich.

»Der erste Wunsch, der genannt wurde, war aber immer, dass man hier in Cleeberg einkaufen kann«, berichtete Ruppel. Sie freute sich, dass auch ihre Schützlinge im Rahmen der Bürgerbeteiligung gefragt wurden - bislang keine Selbstverständlichkeit.

Bei einer Bürgerversammlung im Juni im Waldhaus waren die Ideen der Kinder erstmals präsentiert worden. »Das ist ein zielgruppenspezifisches Beteiligungsformat«, sagte Andrea Soboth vom »Team 360°«. Die Mädchen und Jungen hätten in ihrer Sprache - den Bildern - ihre Wünsche mitgeteilt. Schon damals war klar, dass sie nicht mit einem »gut gemacht« in der Schublade verschwinden sollten.

Nun gibt es ein erstes greifbares Ergebnis: Aus den Bildern ist ein Kalender für 2022 geworden. Stolz präsentierten ihn die jungen Künstler am Donnerstag. Er ist einer Auflage von 100 Exemplaren erschienen und in der Kita in Cleeberg erhältlich. Er wird auf Spendenbasis abgegeben. Die Gemeinde hat die Druckkosten vorgeschossen.

André Haußmann kündigte an, dass man die Ideen der Kinder zudem in den Prozess einfließen lassen und auf ihre Umsetzbarkeit prüfen werde.

Dass den Kindern ihre Vorschläge wichtig sind und sie die Beteiligung ernst nehmen, zeigt dieses Beispiel: Ein Junge hat sich erst vor zwei Tagen den Arm gebrochen. Den Pressetermin wollte er trotzdem nicht ausfallen lassen, damit die Idee für einen Klettervulkan nicht untergeht.

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