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Branntweinweg wird Sackgasse

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Von: Patrick Dehnhardt

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Kurz vor dem Sportheim Espa endet der öffentliche Weg, dahinter ist nur land- und forstwirtschaftlicher Verkehr erlaubt. © Patrick Dehnhardt

Langgöns (pad). Der Branntweinweg bei Espa wird zur Sackgasse - jedenfalls in Sachen Beschilderung. Wie die Gemeinde nun mitteilte, werden eine Reihe von Verkehrszeichen am Weg aufgestellt.

Von Cleeberg kommend wird eine abknickende Vorfahrtsstraße Richtung Espa ausgeschildert, die der offiziellen Route des Ortsverbindungswegs folgt. Dies soll für Klarheit an der Kreuzung im Feld sorgen.

An der Zufahrt von Butzbach aus wird sich in Zukunft ein Sackgassenschild befinden - in der modernen Version, welche kennzeichnet, dass Fußgänger und Radler hier noch weiterkommen. Für den motorisierten Verkehr ist hingegen offiziell kurz vorm Parkplatz des Sportheims Schluss.

Die Gemeinde sorgt damit für verkehrsrechtliche Klarheit an einem Weg, der bereits seit Jahrzehnten als Abkürzung vom Kleebachtal ins Rhein-Main-Gebiet und nach Butzbach genutzt wird. Täglich benutzen zahlreiche Pendler den Branntweinweg. Dadurch müssen sie nicht durch den schmalen Ortskern von Espa fahren. Dies schont die Anwohner, spart den Pendlern Zeit und Sprit - und damit auch CO2 ein.

Doch der Branntweinweg ist offiziell ein Feldweg. In den letzten Jahren hat die Gemeinde ihn in Stand setzen lassen, damit er größere Verkehrsmengen bewältigen kann. Ein Problem blieb die Anbindung des Branntweinwegs an die Landesstraße nach Butzbach. Hessen Mobil fordert für einen offiziellen Anschluss einen Ausbau mit »Einbau einer Linksabbiegespur mit entsprechender Verziehungsstrecke, Verzögerungsstrecke und Aufstellstrecke« für den von Waldsolms kommenden Verkehr auf der Landesstraße und beruft sich dabei auf die »Richtlinie für die Anlage von Landesstraßen«.

Bei der Gemeinde Langgöns sieht man für diesen Ausbau keine Notwendigkeit, da der von Waldsolms kommende Verkehr Richtung Kleebachtal zum einen durch die Ortsdurchfahrt Espa fahren würde, da dies aus dieser Richtung der kürzere Weg wäre, und zum anderen kaum vorhanden ist. Nicht zuletzt soll Langgöns die Kosten für den Ausbau der Kreuzung tragen, der sich durch die Linksabbiegespur auf mindestens 860 000 Euro verteuern würde.

Während weiterhin Gespräche über den Ausbau laufen, wird die Beschilderung nun an die rechtlichen Vorgaben angepasst. Denn zwischen Abzweigung nach Espa und Sportlerheim ist der Branntweinweg ein Feldweg - und somit offiziell für den motorisierten Verkehr ohne land- und forstwirtschaftlichen Kontext gesperrt.

In der Praxis dürfte die neue Beschilderung nur wenig an den Pendlerströmen ändern. Nur bei einem Unfall könnten sich die Beteiligten durchaus von ihrer Versicherung kritische Fragen stellen lassen müssen, wenn sie auf diesem Abschnitt unterwegs sind. F.: PAD

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