Vom Berg Schorn aus lässt sich weit über das Gießener Land blicken. FOTO: PAD
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Vom Berg Schorn aus lässt sich weit über das Gießener Land blicken. FOTO: PAD

Der Blick wandert in die Ferne

  • Patrick Dehnhardt
    vonPatrick Dehnhardt
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Cleeberg ist eines der südlichsten Dörfer im Landkreis. Trotzdem bietet es mit die besten Aussichten auf das Gießener Land. Diese liegen vor allem am "Panoramaweg". Teil 1 der neuen Wanderserie.

Panoramaweg - der Name klingt wie ein Versprechen. Dabei ist bereits der Startort Cleeberg mit seiner Burg, eingerahmt von vielen alten Fachwerkhäusern, eine Sehenswürdigkeit. Idyllisch schmiegt sich das Dorf in das Kleebachtal. 2011 wurde es gar "Dolles Dorf", was auf einer Tafel am Ortseingang noch heute gewürdigt wird.

Auf dem zwölf Kilometer langen Panoramaweg - ausgeschildert mit dem Cleeberger Wappen - gibt es viele schöne Dinge zu entdecken. Eine historische Besonderheit ist etwa das Dreiländereck. Preußen sowie die Großherzogtümer Hessen und Nassau grenzten dort einst aneinander. Grenzkontrollen gibt es heute keine mehr. Bis vor ein paar Jahren hatte die Grenze allerdings noch Bedeutung: Wer auf der falschen Seite lebte, durfte keinen Schnaps brennen. Wenige Meter entfernt führt der Weg durch den Wald. Die Bäume rücken dicht an den Wegesrand, grünes Licht fällt durch die Blätter auf den weichen Boden. "Laubtunnel" wird dieser Abschnitt im Flyer zum Wanderweg genannt. Es ist ein ruhiger Platz, bis auf das Zwitschern der Vögel und den neben dem Weg ins Tal plätschernden Kleebach ist nichts zu hören. An Fischteichen genießen Angler diese Ruhe, warten auf den großen Fang des Tages.

Zwischendurch gibt es Nervenkitzel für Bienenallergiker: An zwei Stellen stehen nur wenige Meter entfernt vom Wanderweg zig Bienenstöcke, sorgen für dichten Flugverkehr. Zum Glück sind die Arbeiterinnen darauf fixiert, Blumen zu bestäuben und mit Pollen und Nektar in den Stock zurückzukehren. Für eine entspannte Rast ist es dennoch kein guter Ort.

Besser dafür geeignet und zudem ein Höhepunkt des Panoramawegs ist der Schornstein: Mit 430 Metern über dem Meeresspiegel ist es der höchste Punkt des Weges. Vom Berg Schorn aus bietet sich bei gutem Wetter eine gewaltige Aussicht. Gießen, Wettenberg, aber auch Marburg und der Hoherodskopf lassen sich in der Ferne erkennen. Die Orientierung erleichtert der Schornstein. Dabei handelt es sich nicht etwa um einen Rauchabzug, sondern einen Stein, auf dem eine Metallplatte montiert ist. Die Richtungspfeile darauf zeigen, welche Städte in der Ferne zu sehen sind.

Auch vom Zollstock aus lässt sich eine gewaltige Fernsicht genießen - diesmal Richtung Westen. Der dritte markante Aussichtspunkt ist der Cleebaum, ein rund 377 Meter hoher Hügel. Die Spitze selbst ist zwar mit Bäumen bewachsen, doch vom Waldesrand aus lässt sich weit blicken.

Der Weg führt mal durch Wälder, in denen Vögel singen, mal über Felder, auf denen Pferde, Rinder und Lamas weiden. Immer wieder gibt es Möglichkeiten, ihn abzukürzen. Ein Großteil des Rundweges ist asphaltiert, ein Teil geschottert. Nur am nördlichsten Abschnitt nahe Oberkleen geht es über einen Wiesenpfad. Das hohe Gras ist leider auch die Heimat vieler Zecken.

Die Ausschilderung ist sehr gut, manchmal biegt sich jedoch ein Ast vor das Wegschild. Auf halber Strecke gibt es eine Querverbindung, so dass sich die Wanderung abkürzen lässt. An dieser Querverbindung liegt in der Espaer Straße gegenüber dem Feuerwehrhaus ein kleiner Parkplatz. Dort steht eine Informationstafel mit Kartenmaterial zum Mitnehmen. Diese Karten-Flyer findet man auch auf dem Parkplatz auf dem Kleebaum und auf der Homepage der Gemeinde Langgöns (www.langgoens-web.de/sport-freizeit-kultur-tourismus/tourismus/wander-und-fahrradwege/).

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