+
Im als "Faselstall" bekannten Gebäude in der Wiesenstraße soll man demnächst wohnen können. Die Kommunalpolitik muss aber noch zwischen mehreren Optionen auswählen.

Bald Wohnungen im "Faselstall"

  • schließen

Langgöns (se). Zwei Gebäude standen im Mittelpunkt einer Sitzung des Langgönser Bau- und Infrastrukturausschusses, zu der die Ausschussvorsitzende Denise Boller in das Bürgerhaus nach Cleeberg geladen hatte. Da war zunächst das Haus in der Wiesenstraße 18 in Lang-Göns, auch als ehemaliger "Faselstall" bekannt. Im Beisein des Lang-Gönser Ortsbeirates wurde über neue Planungsvarianten beraten.

In dem ursprünglichen Entwurf sollten in diesem Gebäudekomplex drei (bezahlbare) Wohnungen (plus Notwohnung) angelegt werden, doch eine öffentliche Förderung ist nur dann zu erwarten, wenn wenigstens vier Wohneinheiten entstehen. Diese müssten dann auch noch über eine Mindestgröße von 45 Quadratmeter verfügen. So stellte der Planer zwei neue Varianten vor, die die genannten Bedingungen erfüllen. Allerdings konnte man sich auch für die ursprüngliche Variante entscheiden, mit der einzigen Änderung, dass die Not- in eine reguläre Wohnung umgewandelt wird. Eine Notwohnung könnte stattdessen im Hausmeistertrakt der Grundschule Lang-Göns eingerichtet werden.

Der Ausschuss sprach sich für diese Lösung aus, die in dieser Variante förderungswürdig ist. Die Kosten für die Gemeinde liegen bei 410 000 Euro, die Wohnfläche beträgt 198 Quadratmeter. Im "Topf" bleibt eine weitere Variante mit einer Wohnfläche von 295 Quadratmetern, verteilt auf fünf Wohnungen. Der Gemeindeanteil an den Kosten liegt bei 547 000 Euro. Genutzt wird bei dabei auch das Dachgeschoss, das dann ausgebaut werden müsste. Unverändert bleiben soll die Fassade des Backsteinhauses.

Jürgen Knorz, Vorsitzender der CDU/FDP-Fraktion, hatte in der Sitzung darauf hingewiesen, dass der Landkreis Gießen bald Mittel in einem Förderprogramm zur Revitalisierung der Ortskerne freigibt. Bis zu 75 000 Euro kann man erhalten. Nun soll die Verwaltung prüfen, ob auch die Gemeinde Langgöns Mittel aus diesem Programm für sich abzweigen kann.

Brücken werden saniert

Ebenfalls intensiv beschäftigte sich der Bauausschuss inklusive Ortsbeirat mit dem ehemaligen Volksbankgebäude in Cleeberg, direkt neben dem Bürgerhaus gelegen. Vor der eigentlichen Sitzung hatten die Ausschussmitglieder dieses Gebäude, das sich noch immer im Besitz der Volksbank Mittelhessen befindet, in Augenschein genommen. Dabei wurde der Zustand des seit sieben Jahren nicht mehr als Bank genutzten Hauses als sehr gut bezeichnet. Zwei anwesende Volksbank-Mitarbeiter sagten zu, dass der derzeitige Eigentümer der Gemeinde Langgöns das Vorkaufsrecht einräumt. Zuvor soll ein Gutachten erstellt werden, dann wird wieder Kontakt zu der Gemeinde gesucht.

Ob Langgöns das Vorkaufsrecht wahrnehmen wird, dürfte im Wesentlichen vom Verkaufspreis abhängen. Unklarheit herrscht aber auch über die mögliche Verwendung des ehemaligen Bankgebäudes. Der Ortsbeirat hatte sich bereits vor geraumer Zeit gegen die Nutzung als Wohnhaus ausgesprochen.

Wieder einmal Thema bei einer Sitzung des Bauausschusses waren Brücken in verschiedenen Ortsteilen. Dabei folgte der Ausschuss mehrheitlich einer Vorlage des Gemeindevorstandes, wonach die Brücke am Mandlerweg in Dornholzhausen saniert werden soll. Die Kosten hierfür wurden mit 170 000 Euro veranschlagt. Die Sanierungskosten für die Überführung in der Oberkleener Brückenstraße wurden mit 151 000 Euro beziffert. Hierfür sind die Mittel in den Haushaltsplan 2020 einzustellen.

Andere Maßnahmen sind bei der Brücke am Schneiderberg in Niederkleen vorgesehen. So soll das zulässige Gesamtgewicht der diese Brücke nutzenden Fahrzeuge auf 2,8 Tonnen beschränkt werden, außerdem soll nur noch Anliegerverkehr über das Bauwerk rollen. Darüber hinaus soll die Brücke einmal im Jahr einer Überprüfung unterzogen werden. Die Vorgehensweise bei den beiden letztgenannten Projekten wurde einstimmig befürwortet.

Ebenfalls einstimmig sprach sich der Ausschuss dafür aus, den Flächennutzungsplan für den Bereich "Hernacker" in Oberkleen zu ändern und ein Fachbüro mit dieser Aufgabe zu betrauen. (Foto: se)

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare