Bahnlärm

Bald mehr Ruhe vor der Bahn für Lang-Göns

Quer durch Lang-Göns zieht sich die Bahnstrecke Frankfurt-Gießen. Seit Jahren leiden Anwohner unter dem Lärm. Bald können sie sich über mehr Ruhe freuen.

Erst Lärm dann (hoffentlich) Ruhe: In Langgöns starteten am Donnerstag die Arbeiten für die Lärmschutzwände entlang der Bahnstrecke. Bürgermeister Horst Röhrig und der Konzernbevollmächtigter der Deutschen Bahn AG für das Land Hessen, Dr. Klaus Vornhusen, gaben den symbolischen Startschuss.

Insgesamt werden drei Schallschutzwände mit einer Gesamtlänge von 1584 Metern entlang der Bahnstrecke installiert: In der Bahnhofstraße wird eine Wand von 597 Metern Länge errichtet, im weiteren Verlauf der Bahnhofsstraße bis "Am Wingert" ein zweites Teilstück von 182 Metern Länge. Der längste Wandabschnitt wird sich entlang der Ahornstraße bis zum Rottweg über 805 Meter erstrecken. Die dafür benötigten 2,6 Millionen Euro werden im Rahmen des Programms "Lärmsanierung an bestehenden Schienenwegen der Eisenbahnen des Bundes" bereitgestellt.

Geld kommt vom Bund

Die Arbeiten haben bereits im Januar dieses Jahres begonnen, die Fertigstellung soll im Dezember erfolgen. "Mit dem Programm zur freiwilligen Lärmsanierung stellt der Bund dieses Jahr insgesamt 150 Millionen Euro für mehr Lärmschutz an besonders belasteten Bahnstrecken in Deutschland bereit", erklärte Vornhusen.

Etwas das Bürgermeister Horst Röhrig sehr begrüßt: "Lärmbekämpfung ist immer gut und es geht auch um die Gesundheit der Bürger". Mit einem muss man bei aller Entlastung auch rechnen: Mit dem Lärmschutzwänden wird sich das Ortsbild in Langgöns verändern. "Ich bin schon sehr gespannt, wie es sich vor allem aus Richtung der Holzheimer Straße auswirken wird", sagte Röhrig. "Das hier ist kein Schlusspunkt, sondern der Anfang von weiteren, wichtigen Dingen". Damit meint der Bürgermeister, dass es noch einige weitere Projekte rund um die Bahn in Langgöns zu verwirklichen gibt, seien es weitere Unterführungen, ein drittes Gleis oder die zeitgemäße Herrichtung des Bahnsteigs.

Laute Nachtbaustelle

Bevor es leiser wird, müssen die Anwohner erst einmal mit etwas mehr Lärm klar kommen: durch die Bauarbeiten. Insbesondere ab dem 25. Juni braucht man starke Nerven. Dann beginnen die nächtlichen Arbeiten. Aufgrund der örtlichen Gegebenheiten baut die Bahn die Schallschutzwände im zweiten Bauabschnitt vom Gleis aus in Sperrpausen in der Nacht – voraussichtlich wird diese Phase bis Ende Juli andauern. Tagsüber ist die Strecke zu stark ausgelastet, um ein Gleis zu sperren. Für den Bau der Wände werden moderne lärmgedämpfte Arbeitsgeräte eingesetzt. Trotzdem lassen sich Belästigungen durch Lärm und Staub auch nachts und an den Wochenenden nicht vermeiden. "Die Deutsche Bahn bittet alle Betroffenen um Verständnis für die mit diesen Arbeiten verbundenen Unannehmlichkeiten", sagte Vornhusen weiter. Direkt nach dem symbolischen Akt gingen die Arbeiten direkt los und die ersten Teile der Lärmschutzwände wurden in Position gebracht.

Schalldämmende Fenster an Bahnstrecke

Neben der aktiven Lärmbekämpfung in Form der Schutzwand stehen noch passive Maßnahmen in Form von Einbau von schalldämmenden Fenstern und Lüftern an etwa 150 Wohneinheiten entlang der Bahnstrecke an. Hierfür werden weitere 50 000 Euro aufgewendet.

Bei der Lärmsanierung handelt es sich um eine freiwillige Leistung des Bundes. Es besteht kein Rechtsanspruch darauf. Gefördert werden neben Lärmschutzwänden auch schalldichte Fenster und Lüfter an Gebäuden entlang von Bahnstrecken. In Einzelfällen werden auch Dämmungen der Außenfassaden und Dächer teilfinanziert. Der Eigenanteil von einem Viertel der Kosten ist vom Eigentümer zu tragen, da die Maßnahmen immer mit einer Wertsteigerung des Objekts verbunden sind.

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