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Die Ruine des Musterhauses ist mittlerweile verschwunden, nun gibt es Pläne für einen Neubau auf dem Grundstück.

AWO will Tagespflege in Lang-Göns einrichten

  • vonPatrick Dehnhardt
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Langgöns (pad). Die Arbeiterwohlfahrt will in Lang-Göns eine Tagespflege mit 16 Betreuungsplätzen sowie elf sogenannte Servicewohnungen im Gewerbegebiet »Am Lindenbaum« schaffen. Die Pläne wurden am Mittwochabend in der gemeinsamen Sitzung des Bau- und des Haupt- und Finanzausschusses beraten.

Anja Asmussen stellte als Vertreterin der AWO das Vorkonzept vor. Sie selbst wird ab 1. Juli die Betriebsleiterstelle für Langgöns übernehmen.

Die Tagespflege ergänze und stärke die häusliche Pflege, sagte Asmussen. Pflegebedürftige, deren Angehörige berufstätig sind oder Entlastungen brauchen, werden tagsüber in der Tagespflege qualitativ betreut. Ziel sei es dabei, die Fähigkeiten und Selbstständigkeit der Besucher zu erhalten und einen Umzug ins Pflegeheim zu vermeiden oder zu verzögern.

Die Besucher werden morgens Zuhause abgeholt und nachmittags durch den Fahrdienst zurückgebracht. Das Angebot soll an einen oder mehren Tagen pro Woche genutzt werden können, bei Bedarf ab mindestens drei Besuchern auch an Feiertagen. »Die Tagespflege ist eine eigene Pflegeeinrichtung, bekommt eigenes Personal«, sagte die AWO-Vertreterin. Man wolle den Bedarf für Langgöns sowie im Umkreis von 15 Kilometern decken.

Die Tagespflege soll ins Erdgeschoss des Gebäudes einziehen. In der ersten und zweiten Etage sollen jeweils fünf sogenannten Servicewohnungen, zusätzlich im Erdgeschoss eine entstehen. Asmussen sagte, dass sich das Angebot an Menschen richte, die ihren Haushalt noch großteils bis komplett selbstbestimmt führen wollen, jedoch dafür eine barrierefreie Wohnung brauchen. So könnten etwa Langgönser, die bislang in einem Haus mit vielen Treppen und verwinkeltem Bad leben, in solch eine Wohneinheit umziehen. »Sie leben dort selbstständig, sind aber besser als im ursprünglichen Haushalt ausgerüstet.«

Je nach Einschränkung sollen sich die Besucher Unterstützungen dazubuchen können, etwa Haushaltshilfen oder Begleitung zum Arzt. Asmussen sagte, dass die Mieter die freie Wahl des ambulanten Pflegedienstanbieters haben und nicht auf die AWO festgelegt sind.

Dominik Debus (SPD) wollte wissen, wie der Platzbedarf ermittelt wurde. Ulli Theiss vom Kreisseniorenbeirat sagte, dass die Altenhilfeplanung des Kreises vor einigen Jahren für Langgöns einen Bedarf von acht Plätzen prognostiziert habe. Bei anderen Tagespflegeeinrichtungen habe er die Erfahrung gemacht, dass »die Plätze ganz schnell ausgebucht« waren. Die Pläne stießen in den Ausschüssen auf positive Resonanz.

Faber&Schnepp will bauen

Das Gebäude selbst will Faber & Schnepp auf dem rund 1600 Quadratmeter großen Grundstück Am Lindenbaum zwischen Bäckerei Mack und Rewe errichten. Die AWO wird sich dann einmieten. Stephan Faber sagte, es sei aufgrund der Topographie ein »schwierig zu bearbeitendes Grundstück in Dreiecksform«. Der Grundriss des Gebäudes ist dreieckig, mit abgerundeten Ecken.

Die Zufahrt für Mitarbeiter und Besucher soll über den Parkplatz der Bäckerei Mack erfolgen. Zur »Alten Kirchgönser Straße« ist eine Treppe vorgesehen, die vor allen Dingen als Verbindungsweg für das Personal zum Heinz-Ulm-Haus dienen soll. Eine barrierefreie Rampe mache an dieser Stelle keinen Sinn, da diese aufgrund des Höhenunterschieds fast so lang wie das ganze Grundstück würde, sagte Faber.

Das Grundstück liegt als letzte Freifläche im Gewerbegebiet Am Lindenbaum seit Jahren brach. Mehrere Ansiedlungspläne scheiterten. Zuletzt diente es über Jahre hinweg als Standort für ein Musterhaus.

Julian Adler (Planungsbüro Fischer) sagte, dass eine Veränderung des Bebauungsplans notwendig sei, um das geplante Projekt umzusetzen. Denn in einem Gewerbegebiet könnten nur Räume für betriebsbedingtes Wohnen - etwa Betriebsleiter oder Hausmeister - geschaffen werden. »Servicewohnen ist unter dem bestehenden Bebauungsplan nicht möglich.«

Das Grundstück soll daher in eine Sondernutzungsfläche umgewandelt werden. Dabei soll festgesetzt werden, dass eine spätere Umwandlung in ein reines Wohngebäude ohne Servicewohnen nicht möglich ist.

Knackpunkt des Projekts ist der in einem Gewerbegebiet übliche Lärm. Ein Schallgutachten soll nun Aufschluss geben, was getan werden muss, um die Bewohner zu schützen und gleichzeitig die umliegenden Gewerbe nicht einzuschränken.

Der Bauausschuss stimmte einstimmig dafür, die Änderung des Bebauungsplans in die Wege zu leiten. ARCHIVFOTO: PAD

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