Das Paul-Schneider-Freizeitheim in Dornholzhausen könnte bald dauerhaft einen Naturkindergarten beherbergen. Die Gemeinde hat Bedarf, der Kirchenkreis ist für eine solche Nutzung offen.	FOTO: GECK
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Das Paul-Schneider-Freizeitheim in Dornholzhausen könnte bald dauerhaft einen Naturkindergarten beherbergen. Die Gemeinde hat Bedarf, der Kirchenkreis ist für eine solche Nutzung offen. FOTO: GECK

Ausführungsdetails noch offen

  • vonConstantin Hoppe
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Langgöns (con). Das Paul-Schneider-Freizeitheim und der dort geplante Naturkindergarten beschäftigten den Sozial-, Sport- und Kulturausschuss bei seiner letzten Sitzung der laufenden Legislaturperiode. Denn für den Vorschlag haben die Gemeinde Langgöns und der evangelische Kirchenkreis Lahn-Dill mittlerweile ein Projektpapier erarbeitet, in dem beide Parteien ihren Wunsch zur weiteren Kooperation bekräftigen.

Beide haben Interesse, das Gelände zu nutzen. Mithilfe des Projektpapiers wurden die Nutzungsformen ausformuliert: Die Gemeinde will dort einen Naturkindergarten (Waldkita mit festem Gruppenraum) betreiben, zudem sind weitere Nutzungen vorgesehen, beispielsweise im Rahmen der Jugendarbeit, für Ambiente-Trauungen oder Veranstaltungen. Auch der Kirchenkreis könnte dort weiterhin Veranstaltungen anbieten und das Freizeitheim auch als Beherbergungsbetrieb nutzen.

Kritik von SPD und FWG

Ganz ohne Kritik blieb das Positionspapier jedoch nicht: Bereits im Vorfeld hatte die SPD-Fraktion eine Reihe von Fragen an die Gemeinde gerichtet, die sich mit dem Betrieb der zukünftigen Kita auseinandersetzten. Diese wurden am Montag von Bürgermeister Marius Reusch nur sehr knapp beantwortet: »Es gab anscheinend ein grundsätzliches Missverständnis zum Projektpapier, denn es geht bei den 45 Fragen vor allem um Ausführungsdetails - dazu steht aber noch gar nichts fest.« Auch die Frage nach einem pädagogischen Konzept konnte noch nicht beantwortet werden: »Wir sind natürlich dabei, ein Konzept zu erarbeiten - aber davor muss erst die Zulassung einer Natur-Kita erfolgen«, sagte Reusch.

Kritik dazu kam vor allem von Seiten der SPD: »Es war nicht genügend Zeit, um sich auf diese Antwort vorzubereiten. Deshalb fällt es mir auch schwer, heute hier Stellung zu nehmen«, erklärte der Ausschussvorsitzende Ahmed Karadag (SPD). »Ich vermisse die gute Kooperation der Gemeinde mit diesem Gremium. Es fehlen mir einfach die Grundlagen für eine gute Entscheidung.« Auch von Seiten der FWG gab es Kritik an den Kita-Plänen. Zustimmung dafür von der CDU: »Wir haben mit diesem Projektpapier eine gute Basis geschaffen, um mit der Kirche zusammenzuarbeiten«, meinte Jürgen Knorz.

Auch von Seiten der Eltern und Kinder gibt es Zustimmung zu den Plänen, wie Arvid Geis von der Elternvertretung der Kita Kinderhaus mitteilte. Nachdem es im Dezember zu einem Wasserschaden in der Einrichtung gekommen war, zog eine Gruppe in Absprache mit dem Kirchenkreis kurzerhand und innerhalb weniger Tage in das Paul-Schneider-Heim um, wo sie seitdem betreut wird. »Die Kinder fragen jetzt schon danach, ob sie dort bleiben können, weil es ihnen so gut gefällt«, berichtete Geis.

Letztlich gab es von Seiten des Ausschusses ein klares Votum zu dem Projektpapier und dafür, mit dem Kirchenkreis Lahn-Dill in Vertragsverhandlungen einzutreten. Vier Ausschussmitglieder stimmten der Vorlage zu (CDU und B90/Die Grünen), enthalten haben sich die Ausschussmitglieder der Fraktionen von SPD und FWG.

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