Arbeitskreis erinnert an Tschernobyl-Unglück

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Die Menschen vom Arbeitskreis "Leben nach Tschernobyl" in Langgöns werden nicht müde, "immer wieder mahnend den Finger zu erheben, damit die Erinnerung an das, was Menschen Menschen antun können, weiterlebt". Das schreiben im Namen des Arbeitskreises Gerhard Keller und Reinhard Knauf. Anlass ihrer Stellungnahme ist der Tschernobyl-Jahrestag am 26. April.

Die Menschen vom Arbeitskreis "Leben nach Tschernobyl" in Langgöns werden nicht müde, "immer wieder mahnend den Finger zu erheben, damit die Erinnerung an das, was Menschen Menschen antun können, weiterlebt". Das schreiben im Namen des Arbeitskreises Gerhard Keller und Reinhard Knauf. Anlass ihrer Stellungnahme ist der Tschernobyl-Jahrestag am 26. April.

"26. April 1986 – wer weiß noch, was an diesem Tag geschah? Und wenn – spielt das Datum heute, 33 Jahre später, noch eine Rolle für uns? Müssen wir noch immer an diesem Gedenktag festhalten?" Es werde weitergearbeitet an einer Technologie, "die immer noch nicht beherrschbar ist, die nach wie vor tödliche Gefahren für die leichtfertig damit umgehende Menschheit bereithält", schreiben Keller und Knauf. "In Polen, in England werden neue Atomkraftwerke geplant, Frankreich nutzt täglich Dutzende, Japan hat Fukushima offensichtlich nicht begriffen, der Anführer der mächtigsten Nation der Welt setzt weiterhin auf das Atom – alles wie gehabt, alles, als hätte es Tschernobyl mit seinen verheerenden Folgen nie gegeben."

Strahlende Reste problematisch

Spiele es da eine Rolle, wenn Deutschland den Ausstieg plant "und ihn – halbherzig! – praktiziert"? Zwölf Atomkraftwerke wurden in den letzten Jahren abgeschaltet, also vom Netz genommen. Aber sieben weitere – die größten und leistungsfähigsten – laufen weiter. "Und: Wird der Kohleausstieg weiter behindert, könnte uns die Klimakatastrophe ganz fest in den Griff bekommen", schreiben die Arbeitskreisvertreter. Möglicherweise könnte es dann auch kurzfristig zu – "von interessierter Seite durchaus gewollten" – Stromengpässen kommen.

Außerdem fragen sie: "Was machen wir denn mit den ›strahlenden Resten‹, den die ausgedienten AKWs uns schon hinterlassen haben?" Der werde den Menschen möglicherweise noch Hunderte von Jahren zu schaffen machen. Es gebe keine auch nur annähernd akzeptable Lösung dieses Problems. Bisher konnte weder in Deutschland noch im europäischen Ausland ein Platz gefunden werden, der Sicherheit garantiert.

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