Auf der Talbrücke Lang-Göns gilt aufgrund von Brückenschäden einmal mehr Tempo 60.
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Auf der Talbrücke Lang-Göns gilt aufgrund von Brückenschäden einmal mehr Tempo 60.

A45

A45: 2021 acht Monate Baustelle auf der Talbrücke Lang-Göns - Neubau verzögert sich weiter

  • Patrick Dehnhardt
    vonPatrick Dehnhardt
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Die Übergangskonstruktionen der Talbrücke Lang-Göns sind verschlissen, sollen im kommenden Jahr ersetzt werden. Der Neubau der Brücken verschiebt sich weiter.

Auf der Talbrücke Lang-Göns gilt erneut ein Tempolimit von 60 km/h in beide Fahrtrichtungen. Zwar sind diesmal nur Lastwagen und Fahrzeuge über 7,5 Tonnen betroffen. Jedoch dürften die nun wesentlich langsameren Brummis insgesamt den Verkehr auf dem Autobahnabschnitt ausbremsen.

Baustelle auf der A45: Tempo 60 für Laster

Ursache sind einmal mehr Brückenschäden. Bei der Talbrücke Lang-Göns handelt es sich um zwei direkt nebeneinander stehende Brücken: Das eine Bauwerk trägt die Fahrbahn in Richtung Gießener Südkreuz, das andere die Fahrbahn in Richtung Gambacher Kreuz.

Wie Bettina Amedick, Pressesprecherin der Straßenverkehrsbehörde Hessen Mobil, mitteilte, sind bei beiden Brücken die Übergangskonstruktionen zu den Widerlagern auf der Südseite schadhaft. Es handele sich um Materialermüdung. »Die Reparatur wird noch im Laufe des Septembers erfolgen«, sagt Amedick. Bis dahin gelte für den Schwerverkehr ein Tempolimit.

Bei den aufgetretenen Schäden handele es sich um kein Anzeichen dafür, dass die Talbrücke Lang-Göns am Ende ihrer technischen Lebensdauer angekommen sei. »Die Restnutzungsdauer endet erst im Jahr 2029«, teilt Hessen Mobil mit. Jedoch gebe es stets Verschleißteile, die eine kürzere Lebensdauer als die gesamte Brücke haben.

Baustelle auf der A45: Fachbeitrag fehlte - Planfeststellungsverfahren gestoppt

2021 sollen alle Übergangskonstruktionen der Talbrücke Lang-Göns erneuert werden. Dabei sollen alle vier Fahrstreifen beibehalten werden. Es wird jedoch voraussichtlich acht Monate dauern, bis die Erneuerungsarbeiten abgeschlossen sind. Die Übergangskonstruktionen zwischen Brücke und Widerlager sollen ersetzt werden, um »die Zeit bis zum anstehenden Neubau ohne wiederkehrende Notreparaturen zu überbrücken«.

Der Start für den Brückenneubau verschiebt sich einmal mehr: Aufgrund geänderter Rechtsprechung müssen alle neuen und laufenden Planfeststellungsverfahren einen »Fachbeitrag zur Wasserrahmenrichtlinie« enthalten. Dieser fehlte bei der Planung für die neue Talbrücke. Hessen Mobil hat daher den im November 2019 gestellten Antrag auf Einleitung des Planfeststellungsverfahrens im Mai zurückgezogen.

Für den Fachbeitrag laufen derzeit »umfangreiche Erhebungen«, sagt die Pressesprecherin. Je nach deren Ergebnis muss die geplante Entwässerungseinrichtung angepasst werden. »Mit einer erneuten Einleitung des Planfeststellungsverfahrens ist in der zweiten Jahreshälfte 2021 zu rechnen.«

Ein Baustart für die neue Brücke dürfte damit frühestens Ende 2022 erfolgen. Dies bedeutet auch, dass die Lang-Gönser Bürger noch bis zu sieben Jahre den Autobahnlärm ertragen müssen: Da der Brückenzwilling in Fahrtrichtung Gießener Südkreuz zu schmal ist, um während der Bauzeit vier Fahrspuren aufzunehmen, muss er zuerst durch einen Neubau ersetzt werden.

Baustelle auf der A45: Lärmschutzwand erst 2027?

Der Lang-Göns zugewandte Brückenzwilling kann erst im Anschluss erneuert werden. Pro Brückenzwilling wird von einer Bauzeit von zwei Jahren ausgegangen. Erst zum Abschluss der Arbeiten soll die Lärmschutzwand montiert werden. Das wird voraussichtlich Ende 2026/Anfang 2027 der Fall sein - wenn es zu keinen weiteren Verzögerungen kommt.

Der Langgönser Bürgermeister Marius Reusch zeigte sich angesichts dieser Nachricht enttäuscht: »Für die Bevölkerung in Lang-Göns ist das ärgerlich.« Die Planungen seien bereits vor seiner Amtszeit bei einer Bürgerversammlung vorgestellt worden. »Da wurden Hoffnungen geweckt, dass 2024/2025 Verbesserungen eintreten.« Nun rücke dieser Termin weiter nach hinten.

Auf der einen Seite habe er Verständnis dafür, dass die Planungen für solch ein Bauprojekt aufwendig sind. Auf der anderen Seite würden diese immer komplizierter. »Wir stehen uns da in Deutschland selbst im Weg«, sagt Reusch. »Wir bauen da ja nix Neues in die Landschaft.«

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