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150 Psalmen handgeschrieben

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Von: Redaktion

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Pfarrer Stephan Ebelt präsentiert den Psalm 104 im handgeschriebenen Langgönser Corona-Psalmenbuch, über den er auch predigte. © Red

Langgöns (bf). »Es ist geschafft«, freute sich Pfarrer Stephan Ebelt, während er das Langgönser Corona-Psalmenbuch in seinen Händen hielt. Das Buch ist eine Gemeinschaftsleistung von rund 130 Psalmenschreiberinnen und -schreibern. Im Erntedankgottesdienst der evangelischen Kirchengemeinde Lang-Göns wurde es in der Jakobuskirche der Öffentlichkeit vorgestellt, viele Besucher nutzten die Gelegenheit, sich das 320 Seiten starke Werk anzusehen und darin zu blättern.

Das Buch hat das Potenzial, auch zukünftigen Generationen Zeugnis über die besondere, durch die Corona-Pandemie geprägte Zeit zu geben: »Wenn Langgönser in 100 Jahren fragen, was war in der Corona-Zeit los, dann kann das Corona-Psalmenbuch Auskunft geben: Über die Hoffnungen, Wünsche und Erfahrungen der Menschen und wie Gottes Wort in dieser Situation hereingesprochen hat«, sagte der Pfarrer.

Er hatte im Frühjahr das Projekt initiiert: 150 Menschen sollten innerhalb von zehn Wochen die 150 Psalmen aus der Bibel abschreiben. Das Ganze sollte ein Versuch sein, »auch in Corona-Zeiten etwas gemeinsam zu tun, ein Gemeinschaftsgefühl zu entwickeln und darüber zusammenzukommen.«

Ebelt blickte nun auf das Projekt zurück, das am 2. Mai an den Start gegangen war: Am ersten Tag meldeten sich 31 Personen an, nach zehn Wochen waren mehr als 120 Psalmen vergeben. Der Pfarrer verlängerte die Abgabezeit: »Das gab noch einmal einen positiven Impuls.« Am 16. September wurde der letzte Psalm eingereicht, danach brachte der Initiator die Loseblattsammlung zum Buchbinder.

Etwa 130 Menschen, von jung bis alt, haben 150 Psalmen allein oder gemeinsam abgeschrieben, manche haben sich auch mehrfach beteiligt. Die meisten Beiträge kamen aus Langgöns und Umgebung, einige kamen aus anderen Teilen Deutschlands, einzelne wurden sogar aus Südafrika, Irland, Schweiz und Dänemark zugesendet. Eine Zuschrift war in Farsi, einer Sprache, die im Iran gesprochen wird, eine andere auf Ungarisch. Viele Psalmen wurden kommentiert und künstlerisch gestaltet.

»Wer das Psalmenbuch durchblättert, ist beeindruckt, welche Fragen und Hoffnungen die Menschen in dieser Corona-Zeit bewegen und wie Gottes Wort in die eigene Lebenssituation hineinspricht«, zeigte sich der Pfarrer beeindruckt. Er dankte allen Beteiligten, insbesondere Tim Tex-tor für die Gestaltung der Plakate und des Internetauftritts, dem Kreis um Almut Völkner und Anja Claaßen, die sich mit »Bible Art Journaling« künstlerisch-gestalterisch mit dem Wort Gottes auseinandersetzten und Buchbinder Hans Albert Puhl für das Binden.

»Gott sei Dank, auch in diesen Zeiten können Christinnen und Christen etwas miteinander bewegen«, resümierte Ebelt. Eine Online-Version des Psalmenbuches gibt es unter www.langgoens-schreibt.de.

Das komplette Buch lässt sich auch als PDF herunterladen. »So kann sich jeder in Ruhe einen eigenen Eindruck von diesem Buch verschaffen. So viel sei verraten, es gibt viel zu entdecken«, sagte Ebelt. Wer eine Druckversion des Buches haben möchte, kann sich an ihn wenden (Tel. 01 57/37 98-12 06). 20 Interessenten stehen bereits auf der Liste. Bis Ende Oktober können gerne weitere dazukommen. Abhängig von der Auflage ist von Kosten von 30 bis 40 Euro pro Exemplar auszugehen. Ende November werden dann die Bücher ausgeliefert.

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