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15 Ehrenamtliche aus Langgöns haben sich bereit erklärt, das Angebot des Bürgerbusses zu unterstützen. SYMBOLFOTO: DPA

Langgöns erhält Elektro-Bürgerbus

  • VonStefan Schaal
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Spätestens Anfang kommenden Jahres soll es losgehen: In den Langgönser Ortsteilen im Kleebachtal soll ein Bürgerbus rollen. Vor wenigen Tagen hat die Gemeinde dafür eine Zusage vom Land erhalten. Neuigkeiten gibt es außerdem in der Frage, wie das im vergangenen Jahr ausgelaufene Projekt »Selbst.Ständig! leben« weitergeführt werden soll.

Die Gemeinde Langgöns erhält einen Bürgerbus. Das Angebot soll mithilfe von ehrenamtlichen Fahrern den öffentlichen Nahverkehr ergänzen. Der Bus mit Elektroantrieb soll spätestens Anfang kommenden Jahres zur Verfügung stehen.

Die Gemeinde habe vor wenigen Tagen die Förderzusage des Landes für einen Neunsitzer, einen Opel Vivaro M, erhalten, berichtete Bürgermeister Marius Reusch am Montag. 15 Ehrenamtliche aus Langgöns stünden für das Angebot bereit.

Im Kernort Lang-Göns gibt es für Senioren und Menschen mit Behinderung als Ergänzung zum Busverkehr seit vier Jahren bereits einen Taxipass, der vergünstigtes Fahren im Taxi ermöglicht. Der Bürgerbus solle nun in den Ortsteilen im Kleebachtal zum Einsatz kommen, sagte Reusch. In den kommenden Monaten werde man eine Route und ein Konzept für die Haltestationen erstellen.

Außerdem muss noch entschieden werden, wo der Bus nachts abgestellt werden soll. Ursprünglich war die ehemalige Fahrzeughalle der Feuerwehr Niederkleen angedacht. Weil es sich nun aber um einen Elektro-Bus handelt, muss über den Standort neu nachgedacht werden.

Die Gemeinde hatte vor anderthalb Jahren beim Land einen Antrag auf Förderung für die Einrichtung eines Bürgerbusses gestellt. Das Wirtschaftsministerium stellt für das Fahrzeug auch die technische Ausstattung für einen Ladepunkt zur Verfügung.

Neues Förderprojekt für Seniorenhilfe

Das Angebot dürfte auf Zustimmung unter den Langgönser Senioren stoßen, wie eine Umfrage verdeutlicht, die Studenten der Hochschule für Polizei und Verwaltung für die Gemeinde Langgöns durchgeführt haben. Im Kernort, wo beim regulären Bus- und Bahnverkehr noch recht gute Anbindungen bestehen und zudem der Taxi-Pass existiert, ist das Interesse demnach zwar mau - dort sprechen sich weniger als zehn Prozent der Befragten für einen Bürgerbus aus. In den übrigen Ortsteilen aber befürworten der Umfrage zufolge 55 Prozent der Senioren ein derartiges Angebot.

An der Umfrage hatten 216 Langgönser teilgenommen, die 60 Jahre oder älter sind. Die Ergebnisse geben auch Hinweise darauf, in welchem Ausmaß die Angebote für Senioren in der Gemeinde angenommen werden. Mehr als 25 Prozent der Teilnehmer über 80 Jahren gaben an, Seniorennachmittage und Mittagstische zu besuchen. Das »Blümchenkaffee« der AWO in der Seniorenwerkstatt und »Anders tanzen« - ein Angebot für Menschen mit und ohne Demenz - werden hingegen laut der Umfrage kaum besucht.

Viele Senioren wünschen sich unterdessen eine Weiterführung des Vorzeigeprojekts »Selbst.Ständig! leben in Langgöns«, das unter anderem Mittagstische und Beratungsangebote organisiert hat und dessen Finanzierung im vergangenen Jahr ausgelaufen ist. In der Altersgruppe über 80 Jahren plädieren 89 Prozent für eine Weiterführung des Projekts, in den Altersgruppen über 60 sind es immerhin 84 Prozent.

Der Bürgermeister berichtete, dass das Projekt mit Fördergeldern des hessischen Sozialministeriums aus einem neuen Landesprogramm für »Gemeindepfleger« fortgesetzt werden könnte. Das Programm zielt darauf ab, Senioren ein möglichst langes, selbstbestimmtes und selbstständiges Leben in ihrem vertrauten Umfeld zu ermöglichen, durch Gemeindepfleger sollen sie psychosoziale Unterstützung erhalten. Ein Mitarbeiter des Sozialministeriums soll das Programm in den kommenden Monaten im Sozialausschuss des Gemeindeparlaments vorstellen.

Die Idee stieß in der Sitzung des Ausschusses am Montag auf ein einstimmiges Votum der Fraktionen.

Ursprünglich war geplant, das Projekt »Selbst.Ständig! leben in Langgöns« mit Geldern des Förderprogramms »Gemeindeschwester 2.0« des Landes zu unterstützen. Hier habe man aber inzwischen eine Absage erhalten, berichtete Reusch.

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