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Seit Oktober entbehrt, endlich wieder möglich: In Pohlheim können 50-Meter-Bahnen geschwommen werden.

Lang ersehnte Bewegung

  • Gabriele Krämer
    VonGabriele Krämer
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Nach monatelanger Pause öffnete sich am Montag erstmals wieder der Eingang zum Hallenbad Pohlheim für die Öffentlichkeit. Dass Badegäste diese Art von Erfrischung selbst bei hochsommerlichen Temperaturen dem Besuch in einem Freibad vorziehen, hat vor allem sportliche Gründe.

Das Vergnügen haben Kinder und Jugendliche bereits seit der vergangenen Woche: Sie ziehen ihre 50-Meter-Bahnen im Rahmen des Schulsports. Ab sofort kann der Badespaß im Pohlheimer Hallenbad wieder von allen gebucht werden. Bis 25. Juni ist allerdings »nur« das Schwimmerbecken nutzbar. Hintergrund sind Lieferschwierigkeiten für die neue Kinderrutschbahn im Nichtschwimmerbecken sowie für das neue Ein-Meter-Brett im Springerbecken; in der kommenden Woche aber werden diese Teile installiert.

»Tag 1« war mit unterschiedlichsten Herausforderungen für Schwimmmeister und Betriebsleiter Andreas Jung und sein zehnköpfiges Team gespickt. Angesichts der geltenden Hygienevorschriften haben sie diverse Zusatzaufgaben zu meistern. Das fängt beim Umschreiben der Zeitkarten an (am Montag waren es allein 40 innerhalb der ersten halben Stunde) und hört bei der gewissenhaften Kontrolle der vorgelegten Dokumente noch lange nicht auf. Hilfestellung ist vor allem beim älteren Stammpublikum gefragt, das sich erst noch mit den vorgeschriebenen Online-Anmeldungen und Vorgaben vertraut machen muss. Zeitweise sei am Vormittag das Telefon heißgelaufen, versichert ein Mitarbeiter. Nicht nur das.

Mehrfach wiederholte sich gestern Nachmittag folgende Konversation am Eingang, als angemeldeten Besuchern erst vor Ort klar wurde, dass sie zwingend einen tagesaktuellen Corona-Test vorlegen müssen: »Wo ist die nächste Schnellteststation?« - »Im Bürgerhaus Hausen«. - »Ja, aber erst wieder ab 17 Uhr!« Problematisch, wenn die Badezeit auf ein bestimmtes Zeitfenster begrenzt ist, das jeweils maximal 60 Schwimmer zulässt. »Das wird sich alles einspielen«, ist Jung überzeugt.

Ruhe statt Trubel

Viele Badegäste sehnen sich danach, endlich wieder ihre 50-Meter-Bahnen zurückzulegen, ist die Erfahrung des Schwimmmeisters. In einem Freibad sei das kaum möglich: »Wer sportlich schwimmen will, scheut den Trubel dort«. Wer die Ruhe liebt, kommt im Pohlheimer Sportbad ganz auf seine Kosten - theoretisch jedenfalls. Die großzügige Liegewiese dürfte vorerst verwaist bleiben, denn die kostbare Zeit wird ausschließlich auf Brust- und Rückenschwimmen verwendet. »Unseren Leuten hat das gefehlt. Und nun sind sie ziemlich froh«, weiß Jung aus vielen Gesprächen mit der Kundschaft. Er verweist auf die Vorzüge dieses gelenkschonenden Sports: »Wer bei uns nicht schwimmen kann, geht im seltensten Fall in ein Fitnessstudio.« Schwimmkurse werden übrigens frühestens im Herbst angeboten - die Nachfrage ist schon groß.

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