Landkreis hilft in Uganda

  • Vonred Redaktion
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Gießen (pm). Die ugandische Klimaschutz-Partnerkommune des Landkreises Gießen, Mubende, möchte mit einem umfangreichen Maßnahmenpaket den steigenden Corona-Zahlen entgegentreten. Dafür hat der Landkreis Gießen beim Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) Fördergelder in Höhe von 41 000 Euro eingeworben. Das teilte die Pressestelle des Landkreises jetzt mit.

Bei der Umsetzung steht die Gießener Kreisverwaltung ihrer Partnerkommune in dem afrikanischen Land beratend zur Seite.

»Auch, wenn wir derzeit viel zu tun haben, der Corona-Pandemie entgegen zu wirken, so dürfen wir jene Länder nicht vergessen, die im Kampf gegen die Pandemie in einer sehr prekären Situation sind«, sagt Landrätin Anita Schneider. »Denn anders als hierzulande gibt es in Uganda kein Melderegister, sodass eine Kontaktverfolgung bislang nicht möglich ist.« Ebenso sei auch ein flächendeckendes Impfangebot nicht vorhanden, weshalb Hygieneregeln das Mittel der Wahl sind. Mit der Bundesförderung sollen Wohnortdaten der Bevölkerung erstellt werden.

Eine Aufklärung darüber, wie man sich vor Infektionen schützt, stehen deshalb in Mubende ganz oben auf der Prioritätenliste. »Große Teile der Bevölkerung haben keine Hygienekenntnisse«, berichtet Mubendes Bürgermeister Innocent Bakulungelo. »Dank der Förderung können wir nun in unseren 75 Ortsteilen Vor-Ort-Aufklärungskampagnen durchführen und notwendige Hygieneartikel wie Seife an die Menschen verteilen.«

Bei den Aufklärungsveranstaltungen werden auch die Wohndaten der Menschen aufgenommen. Denn bedingt durch den Corona-Lockdown und die damit verbundenen Jobverluste haben viele ihr Heim verloren und wohnen bei Verwandten. Die Kenntnis, wer bei wem wohnt, ist unverzichtbar, um bei Infektionsereignissen eine Kontaktverfolgung aufzubauen.

Daher beantragte die Kreisverwaltung für ihre ugandische Partnerkommune eine Zuwendung beim BMZ - mit Erfolg: Mit dem Förderbetrag von 41 000 Euro kann Mubende eine Voraussetzung schaffen, um der Corona-Pandemie erfolgreich entgegenzuwirken.

»Ich bin mir sicher, dass Mubende dieses Projekt erfolgreich umsetzen wird«, sagt Dr. Manfred Felske-Zech, der als Leiter der Stabsstelle Wirtschaftsförderung, Tourismus und Klimaschutz Ansprechpartner für Mubendes Stadtverwaltung ist. »Im Klimaschutz ist Mubende Ugandas Vorzeigekommune.« Projekte werden in der Stadt beschlossen und umgesetzt. Das werde bei der Corona-Hilfe nicht anders sein.

Seit Dezember 2020 besteht zwischen dem Landkreis Gießen und der ugandischen Stadt eine Partnerschaft im Klimaschutz. Mubende ist ein bedeutendes Zentrum der Landwirtschaft und ein wichtiger Umschlagplatz für Agrarprodukte. Rund 300 000 Menschen leben in den 75 Ortsteilen, weitere 300 000 pendeln jeden Tag zum Arbeiten ein. Klimaschutz wird dort als Notwendigkeit zum Überleben gesehen. Besonders die Landwirtschaft leidet unter den Folgen des Klimawandels.

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