Der Landkreis Gießen will raschere Impftermine mit Astrazeneca-Impfstoff ermöglichen. (Symbolfoto)
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Der Landkreis Gießen will raschere Impftermine mit Astrazeneca-Impfstoff ermöglichen. (Symbolfoto)

Corona-Impfungen

Gießen: Zahlreiche Astrazeneca-Termine abgesagt – Landkreis reagiert mit neuem Buchungssystem

  • Jonas Wissner
    vonJonas Wissner
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  • Lena Karber
    Lena Karber
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Der Landkreis Gießen will raschere Impftermine mit Astrazeneca-Impfstoff ermöglichen. Dazu geht ein neues Buchungsportal online. Anmelden können sich jedoch nur Impfberechtigte der Priorisierungsgruppen 1 und 2.

Der Landkreis Gießen hat ein neues Buchungsportal eingerichtet, über das raschere Impftermine mit Astrazeneca-Impfstoff ermöglicht werden sollen, indem Impfberechtigte abgesagte Termine übernehmen und kurzfristig Impfungen erhalten können. Das hat der Kreis am heutigen Freitag (09.04.2021) in einer Pressemitteilung mitgeteilt.

Kreis Gießen: Neues Buchungsportal für Astrazeneca-Impfungen

Als Grund führt der Landkreis an, dass hessenweit derzeit rund 30 Prozent der Impftermine mit AstraZeneca ausfallen. Die Gründe dafür seien vielfältig. Teilweise kämen Personen nicht zur Impfung, ohne den Termin abzusagen, weil sie den Impfstoff nicht möchten oder bereits in Arztpraxen oder Zuhause geimpft wurden. „Um diese abgesagten Termine schnell und unkompliziert neu zu vergeben und ein unnötiges Lagern von Impfstoff zu verhindern, hat der Landkreis Gießen das Buchungsportal „Impfbrücke“ eingerichtet“, heißt es in der Pressemitteilung. „Wir können so kurzfristig denjenigen, die schon lange warten, eine Impfung ermöglichen und dadurch das Impftempo beschleunigen“, wird Landrätin Anita Schneider zitiert.

Neues Buchungsportal für Astrazeneca-Impfungen: Nur bereits Impfberechtigte können Termin buchen

Über das neue Portal können jedoch nur Personen, die als Angehörige der Priorisierungsgruppen 1 und 2 bereits impfberechtigt sind und die sich zudem bereits bei dem Terminvergabeportal des Landes Hessen registriert haben, einen Termin buchen. Die Angaben des Landkreises zur sogenannten „Impfbrücke“ im Überblick:

  • Unter www.corona.lkgi.de/impfen/impfbruecke können Impfberechtigte der Priorisierungsgruppe 1 und 2 ab Sonntag (11.04.2021) Termine buchen, um einen abgesagten Impftermin zu übernehmen und ihre Impfung dadurch vorzuziehen.
  • Das Angebot richtet sich laut Pressemitteilung ausschließlich an Impfberechtigte, die sich bereits durch das Terminvergabeportal des Landes Hessen registriert haben. Für die Buchung über das Portal des Landkreises sowie als Nachweis im Impfzentrum müssen Impfberechtigte diesen Registierungscode des Landes Hessen ebenso wie ihren Personalausweis und eventuell weitere notwendige Bescheinigungen vorweisen können. Ohne Nachweis ist eine Impfung nicht möglich.
  • Für die vorgezogenen Impftermine wird ausschließlich das Vakzin Vaxzevria der Firma AstraZeneca genutzt.
  • Buchbare Termine werden vom Impfzentrum mit drei bis vier Tagen Vorlauf eingestellt. Die neuen Zeitfenster sollen nach Rücksprache mit dem DRK jeweils morgens von 7 bis 10 Uhr und abends von 19 bis 22 Uhr angeboten werden – abhängig von den »No Shows«, also ungenutzten Impfterminen.
  • Einen Zweittermin erhalten die Impfberechtigten am Check-Out.
  • Wie das Land Hessen erklärt, sollten Personen, die über die sogenannte „Impfbrücke“ einen Termin erhalten haben, anschließend nicht nur ihren Termin, sondern ihren gesamten Account beim Landesportal löschen. So werde verhindert, dass das System sie erneut bei der Impfterminvergabe berücksichtige. Gleiches gelte im übrigen auch für Personen, die von ihrem Hausarzt geimpft wurden und deshalb über das Landesportal keinen Impftermin mehr zugewiesen bekommen müssen.

(lkl)

Kreis Gießen: Zahlreiche Astrazeneca-Termine verfallen

Der Zick-Zack-Kurs bei der Verwendung des Corona-Impfstoffes von AstraZeneca hat deutschlandweit zu viel Verunsicherung geführt, auch für die Impfkampagne im Kreis Gießen ist das zum Problem geworden: Seit 1. April haben 519 Menschen ihren über das Land gebuchten Impftermin mit diesem Vakzin nicht wahrgenommen, allein am vergangenen Mittwoch waren es dem Kreis zufolge 281. Dafür gibt es laut Mario Binsch, dem Leiter des Heuchelheimer Impfzentrums, mehrere Gründe: So sei es teils zu Doppelbuchungen gekommen, teils hätten Menschen zuvor kurzfristig eine Impfung beim Hausarzt erhalten. Am deutlichsten schlägt aber offenbar die Skepsis gegenüber dem Impfstoff aus britisch-schwedischer Produktion zu Buche, wie am Freitag bei der vierten Sitzung des Impfbeirats deutlich wurde. Das Land, so Binsch, habe diesem unbürokratischen Prozedere unter der Maßgabe zugestimmt, dass die Priorisierung eingehalten werde. Das neue Portal biete als Ergänzung den Vorteil, dass übrig gebliebene Dosen nun schneller anderweitig verimpft werden könnten als über das Landes-Portal, wo im Fall einer telefonischen Anmeldung frei gewordene Zeiten erst per Post versandt würden. Unabhängig von diesem neuen Terminsystem würden auch ungenutzte Dosen anderer Vakzine weiter über die »Resteliste« kurzfristig verabreicht, etwa an Mitarbeiter von Abstrichzentren oder Feuerwehrsanitäter. »Es ist ärgerlich, wenn Leute auf eine Impfung warten und andere ihren Termin nicht wahrnehmen«, sagte Binsch mit Blick auf AstraZeneca. »Manche sagen: Ich will es gar nicht mehr haben.« Hessenweit fielen aktuell etwa 30 Prozent der Impftermine für AstraZeneca aus. Die verfallenen Termine hätten im hiesigen Impfzentrum zu großen organisatorischen Herausforderungen geführt. Trotzdem seien unterm Strich nur wenige Dosen der verschiedenen Vazkine aus unterschiedlichen Gründen verfallen: Insgesamt waren es laut Binsch 177 bei knapp 75 000 Impfungen. (jwr)

Der Landkreis Gießen will raschere Impftermine mit Astrazeneca-Impfstoff ermöglichen. (Symbolfoto)

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