Bieten kreative Auszeiten an: Petra Schäfer (links) und Nicole Pawelka-Hillebrand. FOTO: NAB
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Bieten kreative Auszeiten an: Petra Schäfer (links) und Nicole Pawelka-Hillebrand. FOTO: NAB

Kunst - Natur - Meditation

  • Nastasja Akchour-Becker
    vonNastasja Akchour-Becker
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Der Begriff Achtsamkeit ist in aller Munde. Es geht darum, im Hier und Jetzt zu sein, vom Alltagsstress abzuschalten, Kraft zu tanken und Gelassenheit zu bekommen. Mit einer kreativen Auszeit wollen die Künstlerin Nicole Pawelka-Hillebrand und die Meditations- und Achtsamkeitstrainerin Petra Schäfer den Menschen genau dafür Raum geben. Im Wechsel der Jahreszeiten bieten sie in Bellersheim ein Kreativ-Retreat an.

Wir leben in einer Zeit großer Veränderungen", sagt Petra Schäfer mit Blick auf das Motto des Herbst-Retreats. "Nicht jeder Mensch kann mit dem Tempo Schritt halten, das von ihm gefordert wird. Ständig ist man erreichbar, steht unter Druck." Schäfer ist Meditations- und Achtsamkeits-Coach und bemerkt zunehmend, wie Menschen im privaten oder beruflichen Umfeld an ihre Grenzen geraten.

Zum Aufladen der Batterien und damit die Menschen ihre innere Kraft und damit auch einen gewissen Halt finden, bietet Schäfer zusammen mit der Künstlerin Nicole Pawelka-Hillebrand das Kreativ-Retreat "Achtsame MALzeit" an. Es soll ein Rückzugsort sein zum Ankommen und Bewusstmachen. Sie wollen, dass die Teilnehmer im Hier und Jetzt sind, mit allen Sinnen die Umgebung wahrnehmen und ganz ungezwungen ihre Kreativität entfalten können. Der Ein-Tages-Workshop vereint die Herzensthemen der beiden Frauen: Kunst, Natur und Meditation.

Geplant ist Folgendes: Nach einer einführenden Meditation macht sich die Gruppe auf zu einem Spaziergang in den Wald. "Das ist keine ambitionierte Wanderung, sondern für jeden gut zu schaffen", sagt Pawelka-Hillebrand, die als ausgebildete Wild- und Heilpflanzenpädagogin unterwegs auch die heilende Kraft der Kräuter und Wildpflanzen erläutert. Weitere Übungen in der Natur, wie beispielsweise aus dem Qigong, folgen. Zurück auf dem Gelände des Bellersheimer Pfarrhauses stehen Staffeleien, Leinwände, Pinsel, Spachtel und Farben für die Teilnehmer bereit, damit sie ihre Eindrücke festhalten können. "Der Leinwand kann man sich durch die Übungen entspannter und freier nähern", sagt Pawelka-Hillebrand.

Im Herbst, wenn es um das Thema Veränderung geht, bestimmen Erdtöne die Farbauswahl. Kühle Farben und blaue Töne werden dem Winter vorbehalten. "Es muss aber keiner malen können", betont die Künstlerin, die seit zehn Jahren die Kreativschule Künstlerklecks in Bellersheim leitet. "Es geht darum, dass man einfach Spaß am Experimentieren hat." Inspirierende Gespräche mit Gleichgesinnten, der Geschmack der Kräuter, die es zu Essen gibt, Achtsamkeits- und Meditationsübungen, die neue Impulse geben, und vieles mehr sind inklusive.

"Eine Möglichkeit, den Menschen bei Stressbewältigung zu helfen, ist die Meditation", erläutert Schäfer das Konzept. "Geführte Meditationen, egal ob im Sitzen oder Gehen, sorgen dafür, dass man seine Aufmerksamkeit auf die Körperempfindungen und Gefühle richtet und weniger in das energieraubende Gedankenkarussell einsteigt", sagt Schäfer, die unter anderem auch Menschen begleitet, die Burnout-Tendenzen aufweisen.

Die Bewegung in der Natur regt den Lebensfluss an. "Es geht uns darum, die Natur auf eine ganz bewusste Art und Weise wahrzunehmen", sagt Schäfer. Die fokussierte Aufmerksamkeit helfe im Alltag und bei der Arbeit, zur Ruhe zu kommen, mehr Energie freizusetzen und dadurch gesünder und leichter zu leben.

Achtsamkeit heißt das Zauberwort, das vor allem der US-Amerikaner Jon Kabat-Zinn mit seinem Konzept der achtsamkeitsbasierten Stressreduktion, kurz MBSR genannt, den Menschen nähergebracht hat. Dahinter verbirgt sich eine Form der Aufmerksamkeit, die sich rein auf die Gegenwart, das Hier und Jetzt bezieht. "Letztendlich wollen wir den Teilnehmern ein ›Raus-aus-dem-Alltag-Wohlfühlpaket‹ bieten", sagt Schäfer. "Eine sinnvolle Möglichkeit, sich mit sich auseinanderzusetzen und außerdem Kontakt zur Natur und zu gleichgesinnten Menschen aufzunehmen."

Den beiden Frauen ist es wichtig, dass die Teilnehmer am Ende sagen: "Ich bin zur Ruhe und zu mir gekommen." Die Kunstwerke, die dann zu Hause an den Tag erinnern, werden sicherlich noch eine ganze Weile lang die Augen zum Strahlen bringen.

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