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Die Gewerkschaft IG BAU fordert deutlich höhere Löhne für Floristinnen.

Kritik an Niedriglöhnen in der Floristik

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Gießen (pm). Gartenmärkte und Blumengeschäfte erleben in der Corona-Pandemie einen Ansturm - doch wer Sträuße bindet und Pflanzen pflegt, arbeitet im Landkreis Gießen laut der IG Bauen-Agrar-Umwelt (IG BAU) meist zu Niedriglöhnen. »In der Floristik liegt der Stundenlohn für gelernte Kräfte gerade einmal bei 11,27 Euro. Von solchen Einkommen lässt sich kaum leben«, kritisiert Doris Hammes, Bezirksvorsitzende der IG BAU Mittelhessen.

Die Gewerkschafterin fordert für die Beschäftigten deutlich mehr Geld. In der Floristik, so Hammes, arbeiteten überwiegend Frauen, für die die geringe Bezahlung zum Armutsrisiko werde. Nach Angaben der Arbeitsagentur zähle die Floristik im Landkreis Gießen rund 90 Beschäftigte.

Nachfrage auf hohem Niveau

»In der Corona-Zeit kaufen mehr Menschen als sonst Blumen, Topfpflanzen oder Deko, um es sich zu Hause schön zu machen. Vor allem in den Gartencentern herrscht eine große Nachfrage«, betont Hammes. Die Firmen ignorierten die gute Wirtschaftslage aber bislang - und hätten einen Tarifabschluss für die Branche im Dezember vergangenen Jahres überraschend zurückgezogen. Danach sollten die Einkommen ab Februar um drei Prozent steigen. Für Azubis habe die Einigung ein Plus von 30 Euro pro Monat vorgesehen, teilt die IG BAU mit.

Die Gewerkschaft ruft den Fachverband Deutscher Floristen (FDF) dazu auf, an den Verhandlungstisch zurückzukehren. Der bereits gefundene Kompromiss sei ein wichtiger Schritt für die Floristik heraus aus dem Niedriglohnsektor. Mittelfristig müsse sich die Bezahlung aber noch deutlich verbessern, fordert die IG BAU - »sonst finden Blumenläden und Co. bald kein Personal mehr«.

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