Kreisschülerrat plädiert für Schulöffnungen

  • vonRedaktion
    schließen

Gießen (pm/bf). Der Kreisschülerrat hat sich für ein Ende des reinen Distanzunterrichts nach den Osterferien und für obligatorische Selbsttests für alle Schüler ausgesprochen. Diese, so heißt es in einer Pressemitteilung, »sollten so oft wir möglich« erfolgen.

Als Begründung gab das Gremium die Folgen der Pandemie auf die Psyche der Kinder und Jugendlichen an. »Seit Beginn der Pandemie wurden noch keine umfangreichen Maßnahmen für das Wohl der Schüler ergriffen«, schreibt der Kreisschülerrat in seiner Erklärung. Ein Großteil fühle sich allein und gestresst und habe teilweise wochenlang keinen Kontakt zu Gleichaltrigen. »Viele haben dieses Jahr weder ihre Schule noch ihre Freunde gesehen«, erklärte Kreisschulsprecher Christoph Bonarius .

Der Kreisschülerrat stützt sich in seiner Argumentation auch auf eine Studie der Bertelsmann-Stiftung. Darin gaben 61 Prozent der Schüler an, sich teilweise oder dauerhaft einsam zu fühlen. 69 Prozent seien mindestens in Ansätzen von Zukunftsängsten betroffen. »Lehrer sollten regelmäßig auf die Dienste aufmerksam machen, die bereits etabliert sind, wie die Schulpsychologie, das Beratungsangebot ›Nummer gegen Kummer‹ oder ähnliche Angebote. Ein großer Teil ist über die unterschiedlichen Angebote nicht informiert«, schreibt Sprecher Bonarius.

Minimum an Präsenztagen

Der Kreisschülerrat schränkt aber auch ein: »Für uns als Kreisschülerrat muss klar sein, dass je nach Infektionsgeschehen der Wechselbetrieb nicht für alle Schüler realisierbar sein wird. Genauso klar muss aber sein, dass es nicht vertretbar ist, einige Schülergruppen über Monate der Schule fernzuhalten.« Es müsse sich auf ein Minimum an Präsenztagen pro Woche geeinigt werden, so die Forderung. Zudem sei ein »freiwilliges Testangebot nicht unbedingt ausreichend«. Der Kreisschülerrat unterstütze deshalb »obligatorische Corona-Selbsttests an den Schulen, die so oft wie möglich durchgeführt werden sollten«. Die Tests sollten kostenlos von den Schulen gestellt werden.

In der am Dienstag vom Bundeskabinett beschlossenen Notbremse sind Schulschließungen ab einer Inzidenz von 200 vorgesehen. Der Wert für den Landkreis lag am gestrigen Dienstag mit 195,1 nur knapp darunter.

Für den Schulbetrieb in der Nach-Corona-Zeit bedarf es aus Sicht des Kreisschülerrates konkreter Maßnahmen und Konzepte. Besonders gelte es, auf die unterschiedlichen Wissensstände der Schüler einzugehen, die sich durch den Distanzunterricht ergeben hätten. Insbesondere leistungsschwächere Schüler müssten gefördert werden.

Daher, so der Kreisschülerrat, sollten Förderprogramme mit Lehrkräften und Lernbrücken geschaffen werden, »die voraussichtlich nicht nur für Wochen, sondern wahrscheinlich für mindestens ein Schuljahr bestehen bleiben«, damit entstandene Wissenslücken geschlossen werden.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare