In einem leeren Klassenzimmer sind die Stühle auf due Tische gestellt.
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Obwohl die Osterferien vorbei sind, bleiben die Schulen im Kreis Gießen in dieser Woche geschlossen. Dazu hat sich nun der Kreisschülerrat geäußert. (Symbolfoto)

Forderung nach Präsenztag und Sommerschule

Kreisschülerrat Gießen stellt konkrete Forderungen in Corona-Krise - „Enttäuscht über immer wieder gleichen Maßnahmen“

  • Lena Karber
    vonLena Karber
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Die Osterferien sind zu Ende, doch im Kreis Gießen findet kein Präsenzunterricht statt. Der Kreisschülerrat ist darüber enttäuscht. Er fordert Präsenztage – und mehr Transparenz von Seiten der Kommunalpolitik.

Die Osterferien in Hessen sind zu Ende, doch im Kreis Gießen bleiben die Schulen auch am heutigen Montag (19.04.2021) weitgehend geschlossen. Nur für Abschlussklassen ist Präsenzunterricht in dieser Woche gestattet, zudem gibt es eine Notbetreuung für fünfte und sechste Klassen. Das hat der Landkreis am vergangenen Donnerstag aufgrund der aktuellen Corona-Zahlen entschieden. Beim Kreisschülerrat ist diese Entscheidung nicht gut angekommen. „Wir haben alle gehofft, dass nach den Osterferien eher eine Ausweitung des Präsenzunterrichts stattfinden kann, stattdessen kommt es erneut zu einer beinahe kompletten Schließung der Schulen“, heißt es in einer Pressemitteilung des Gremiums, in der die Schülervertreter deutliche Kritik an dem Vorgehen der (Kommunal-) Politik üben – und eigene Forderungen formulieren.

Reaktion statt Prävention: Kreisschülerrat Gießen enttäuscht über erneute Schulschließungen

Nach den Osterferien sollte der Präsenzunterricht in Hessen eigentlich auf Schüler ab der siebten Klasse ausgeweitet werden, zumindest im Wechselmodell – so lautete der ursprüngliche Plan der Landesregierung. Doch stattdessen wurde er in einigen Landkreisen, darunter der Kreis Gießen, wegen der aktuellen Corona-Zahlen nun ausgesetzt. „Wir begrüßen die Maßnahmen, die zum Schutz der Schüler getroffen werden, aber es kann nicht sein, dass wir nach über einem Jahr nach der ersten kompletten Schulschließung beinahe wieder am gleichen Punkt stehen“, kritisiert Kreisschulsprecher Christoph Bonarius den Schritt. „Wir sind enttäuscht über die immer wieder gleichen Maßnahmen. Die Politik reagiert lediglich auf die immer gleichen Situationen, anstatt Prävention zu leisten.“ Konkrete Handlungsstategien suche man weiterhin vergeblich.

Der 17-Jährige schreibt, dass sich die Situation, die nun bereits ein Jahr andauere, stark auf die Psyche der Schülerinnen und Schüler auswirke. Schließlich, so der Elftklässler, sei die Schule gerade in dieser Zeit nicht nur ein Ort des Lernens, sondern auch ein Ort der sozialen Begegnung. „Seit Beginn der Pandemie wurden noch keine umfangreichen Maßnahmen für das Wohl der Schülerinnen und Schüler ergriffen“, lautet die Kritik in der von ihm herausgegebenen Pressemitteilung. Nach einer Studie der Bertelsmann-Stiftung fühle sich ein Großteil der Schüler allein und gestresst.

„Wir fordern ein Minimum für alle von mindestens einem Präsenztag pro Woche, um zumindest einen kleinen Schritt gegen die Vereinsamung der Schülerinnen und Schüler zu Hause zu unternehmen“, schreibt Christoph Bonarius. Zudem spreche sich der Kreisschülerrat für das Angebot einer freiwilligen Sommerschule aus, in der Schülerinnen und Schüler bei Bedarf „zumindest einen kleinen Teil des verpassen Unterrichtsinhalts aufholen können“.

Landkreis Gießen: Kreisschülerrat kritisiert Kommunikation der Kommunalpolitik

Während des Distanzunterrichts fehle auch die pädagogische Komponente des Unterrichts, begründet der Kreissschülerrat seine Forderung nach Unterricht vor Ort weiter. „Ein Präsenztag würde den Lehrerinnen und Lehrern zumindest einmal pro Woche die Möglichkeit geben pädagogisch aktiv zu werden und den Schülerinnen und Schülern ein bisschen mehr Struktur geben“, schreibt er. Didaktische Konzepte für den Distanzunterricht seien den Schülervertretern zudem „auch noch nicht bekannt“.

Doch die Hauptkritik des Gremiums gilt der Politik des Landkreises. „Besonders bemängeln wir die Kommunikation der Kommunalpolitik“, heißt es in der Pressemitteilung. „Eine transparente Kommunikation und besonders eine Einbindung von uns als Kreisschülervertretung bei den Besprechungen bezügliche den Schulen wäre wünschenswert gewesen. Die Aussage, dass kommende Woche kein Präsenzunterricht stattfinden wird, hätte auch früher getroffen werden können“, wird Kreisschulsprecher Christoph Bonarius zitiert. „Bei all diesen Maßnahmen, Schulen auf, Schulen zu, führt diese Planungslosigkeit und die Kurzfristigkeit mancher dieser Entscheidungen für nur noch mehr Verwirrung unter den Schülerinnen und Schülern“, lautet seine Kritik.

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