1. Gießener Allgemeine
  2. Kreis Gießen

„Ungesunde Ausdehnung ins Privatleben“: Schüler im Kreis Gießen fordern Abschaffung von Hausaufgaben

Erstellt:

Von: red Redaktion

Kommentare

_1KREISGIESSEN401-B_1335_4c
Hausaufgaben seien eine Belastung, sagt die Kreisschülervertretung. SYMBOL © DPA Deutsche Presseagentur

Geht es nach der Schülervertretung im Landkreis Gießen, gehören Hausaufgaben bald der Vergangenheit an.

Gießen - Die Schülervertretung des Landkreises Gießen hat in einer Pressemitteilung die Abschaffung von Hausaufgaben gefordert. »Die Wirksamkeit von Hausaufgaben ist strittig, und viele Studien weisen seit Jahren darauf hin, dass das Erteilen von Hausaufgaben keine Auswirkungen auf den Lernfortschritt der Schülerinnen und Schüler hat«, erklärte Kreisschulsprecher Christoph Bonarius.

Die Forderung nach einer Abschaffung sei nicht neu, durch den technischen Fortschritt, insbesondere durch die Entwicklung von Modellen künstlicher Intelligenz (KI) wie ChatGPT, haben sich die Vorzeichen für die Schülervertreter aber noch einmal verschärft.

Hausaufgaben abschaffen: Kreisschülervertretung plädiert für neue pädagogische Ansätze

»Wenn die Lehrkräfte nicht einmal unterscheiden können, welche Inhalte eigenständig angefertigt wurden oder von ChatGPT stammen, ist es an der Zeit, neue pädagogische Ansätze zu nutzen, um ein dynamisches und effektives Lernen zu ermöglichen«, erklärte Bonarius. Tools, die KI-Texte als solche erkennen, seien derzeit noch unzuverlässig und böten keine Gewissheit, ob der Text von einer künstlichen Intelligenz stammt.

ChatGPT und ähnliche KI-Modelle sind mittlerweile in der Lage, komplexe Aufgabenstellungen zu bearbeiten, umfassende Informationen bereitzustellen und sogar personalisierte Lerninhalte anzubieten. Dabei ist es egal, ob es sich um Gedichtsanalysen, Aufsätze, Argumentationen, Reden oder andere Texte handelt.

Hausaufgaben seien für Schüler eine Belastung, erklärte Bonarius. »Sie verlangen nicht nur zusätzliche Zeit außerhalb des Unterrichts, sondern führen auch zu Stress und einer ungesunden Ausdehnung der Schule in das weitere Privatleben der Schüler.« Darüber hinaus seien Hausaufgaben oft repetitive Aufgaben, die selten einen Mehrwert fürs Lernen böten. (pm)

Auch interessant

Kommentare