Kreis-Gießener gedenken Paul Schneider

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Gießen/Wetzlar (pm). Rund 70 Christen aus 26 heimischen Kirchengemeinden aus den Bereichen Gießen und Wetzlar gedachten im ehemaligen Konzentrationslager Buchenwald in einem ökumenischen Gottesdienst Paul Schneider. Er war Pfarrer in Hochelheim und Dornholzhausen, später in Dickenschied/Hunsrück. Auf den 80. Todestag des nach langer Folter durch eine Überdosis Strophantin ermordeten Widerstandskämpfers hatten sich die Besucher schon zu Hause und dann im Reisebus durch eine Andacht und Lesungen aus dem Buch "Der Prediger von Buchenwald" vorbereitet.

Vor Ort konnten sie die enge Zelle Paul Schneiders in Augenschein nehmen, dem Anlass entsprechend nun mit Kerzen beleuchtet und Blumen geschmückt. "Die Zelle, wo er bei jedem Widerstand gegen das Nazi-Regime, jedem Bibel-Trostwort, das er den auf dem Weg zum Tode wankenden Häftlingen aus dem Fenster hinterher rief, böse, vernichtende Schläge erhielt. Und sich trotzdem nicht entmutigen ließ", berichtet Heidi Stiewink vom evangelischen Kirchenkreis an Lahn und Dill.

Die Hessen besuchten die letzte verbliebene Baracke, das Krematorium, wo Menschen vieler Nationalitäten verbrannt wurden, und das Museum, das die unheilvolle Geschichte wachhält.

Die vom Kirchenkreis finanzierte Busfahrt hatte der ehemalige kreiskirchliche Jugend- und Gemeindediakon Rüdiger Henke organisiert.

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