Die Artgenossen leben in Villingen auf der Weide. Aber Schweini hat bei Wollschwein-Züchter Andrej Babitz, seiner Lebensgefährtin Michaela Behnke und 
ihren Kindern den Status eines Haustiers erlangt.	FOTO: US
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Die Artgenossen leben in Villingen auf der Weide. Aber Schweini hat bei Wollschwein-Züchter Andrej Babitz, seiner Lebensgefährtin Michaela Behnke und ihren Kindern den Status eines Haustiers erlangt. FOTO: US

„Schweini“ das Glücksschwein

Kreis Gießen: „Schweini“ wurde durch Fruchtzwerge zum Hausschwein

  • Ursula Sommerlad
    vonUrsula Sommerlad
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Als Schweini in Villingen zur Welt kam, war sie so schwach, dass sie fast gestorben wäre. Züchter Andrej Babitz hat sie aufgepäppelt. Inzwischen ist das Wollschwein in die Familie integriert.

Villingen - Schweini hat Schwein gehabt. Als die kleine Wutz vor 16 Monaten auf die Welt kam, war sie das kleinste von neun neugeborenen Ferkelchen. Die Mutter wollte den Schwächling nicht haben. Wenn Andrej Babitz und seine Lebensgefährtin Michaela Behnke nicht aufgepasst hätten, wäre das magere Tierchen wohl gefressen worden. »Schweine machen das so«, weiß Babitz. So aber nahm Hessens erster und bislang einziger eingetragener Wollschweinzüchter das verlassene Ferkel unter seine Fittiche.

Kreis Gießen: „Schweini“ mag nur mit Fruchtzwergen aufgepäppelt werden

Anders als ihre Geschwister wächst Schweini, wie sie getauft wurde, nicht draußen mit der Rotte auf der Weide auf, sondern mitten in Villingen, in der alten Hofreite, in der die Familie Babitz/Behnke lebt. Mittlerweile ist die Wutz eine kleine Berühmtheit. Mehrere Fernsehauftritte hat sie mit Bravour hinter sich gebracht, bei »Alle Wetter«, im Kika und vor wenigen Tagen erst bei »Hallo Hessen«.

Dabei sah es zuerst gar nicht so aus, als ob ihr ein langes Leben beschieden wäre. Schweini wäre fast verhungert. »Wir haben es mit dem Fläschchen versucht und mit Kinderbrei, aber sie wollte nichts essen«, erzählt Andrej Babitz. Da kam der Zufall zu Hilfe. Als der zwei Jahre alte Sohn des Züchterpaares sich einen »Fruchtzwerg« schmecken ließ, zeigte Schweini reges Interesse. Mit dem süßen Kinderjoghurt wurde sie so lange aufgepäppelt, bis sie irgendwann bereit war, auch gedämpfte Kartoffeln oder mit Milch verrührte Gerste zu sich zu nehmen. »Es musste aber diese eine Marke sein«, erinnert sich Michaela Behnke. »Günstigere Joghurtsorten hat sie nicht genommen.«

Villingen im Kreis Gießen: „Schweini“ ist echte Rampensau

Schweini beweist: Mit »Fruchtzwergen« kann man groß und stark werden. Wenn die blondgelockte Sau durch den Hof galoppiert, bekommen Besucher Respekt. Etwa 120 Kilo bringt sie mittlerweile auf die Waage. Ein Versuch, sie wieder in die Rotte zu integrieren, ist gescheitert. »Die anderen Tiere haben sie so bedrängt, dass sie sich am Ohr verletzt hat«, erzählt Babitz. Und auch Schweini habe sich unter den mehr als 50 Artgenossen offensichtlich nicht wohl gefühlt. So wurde das Wollschwein zum Hausschwein. Es hat ein gemütliches Plätzchen im Stall und Auslauf auf dem Hof. »Wenn ich nicht aufpasse und die Haustür offen ist, kommt sie die Treppe hoch und steht dann mitten in der Diele«, berichtet Michaela Behnke.

Auch ihre Fernsehauftritte absolviert die Wollschwein-Wutz mit cooler Lässigkeit. »Sie ist einfach aus dem Anhänger rausmarschiert und hat die Leute begrüßt«, schildert Andrej Babitz die Ankunft bei »Hallo Hessen«. Deshalb hat Schweini in der Familie einen neuen Spitznamen: Rampensau. Und im Gegensatz zu ihren Geschwistern wird sie nicht beim Metzger enden. »Schweini darf bei uns bleiben«, sagt Michaela Behnke. »Für immer.«

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