Mit ihrem Album "Splitter aus Glück" steht Schlagersängerin Daniela Alfinito aktuell auf Platz eins der deutschen Album-Charts. 	ARCHIVFOTO: DPA
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Schlagersängerin Daniela Alfinito aus Hungen erreichte zum dritten Mal in Folge Platz Eins der deutschen Album-Charts. (Archiv)

Tochter von „Amigo“ Bernd

Schlager „nur“ als Nebenjob: Daniela Alfinito bleibt ihrem Hauptberuf treu

  • vonKim Luisa Engel
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Daniela Alfinitio aus Villingen im Kreis Gießen singt Schlager eigentlich nur nebenberuflich, tagsüber ist sie Altenpflegerin in Hungen - trotzdem hat sie nun zum dritten Mal die Chart-Spitze erobert.

  • Daniela Alfinito aus dem Hungener Stadtteil Villingen (Kreis Gießen) ist erfolgreiche Schlagersängerin.
  • Mit ihrem Album „Splitter aus Glück“ eroberte sie um dritten Mal in Folge Platz Eins der deutschen Charts.
  • Hauptberuflich arbeitet Alfinito jedoch als Altenpflegerin in Hungen und denkt nicht ans aufhören.

Hungen - Die Liebe zur Musik scheint Daniela Alfinito aus dem Hungener Stadtteil Villingen (Kreis Gießen) in die Wiege gelegt worden zu sein. Ihr Vater ist kein geringerer als Bernd Ulrich, eine Hälfte des bekannten Schlagerduos „Die Amigos“. Seit Kindertagen steht die 49-Jährige auf der Bühne und feiert als Schlagersängerin regelmäßige Erfolge - und das, obwohl sie eigentlich einen ganz anderen Beruf erlernt hat. Hauptberuflich arbeitet Alfinito als Altenpflegerin in einem Hungener Altersheim und möchte dort auch weiter bleiben. Der Schlager bleibt wohl ein Nebenjob, aber ein äußert erfolgreicher: Zum dritten Mal hat Daniela Alfinito mit ihrem Album die Charts gestürmt.

Hungen: Daniela Alfinito stürmt die deutschen Album-Charts

Gerade mal vor drei Wochen wurde Daniela Alfinitos Album „Splitter aus Glück“ veröffentlicht, prompt stürmt es an die Spitze der deutschen Album-Charts. Der Kontrast könnte gar nicht größer sein, stößt sie doch dieses mal ausgerechnet die Hard-Rocker von AC/CD mit ihrem Schlager-Album vom Thron. Doch damit nicht genug: Ihr sechstes Studio-Album erobert auch den ersten Platz der Hitparaden in Österreich und der Schweiz. Das gelang ihr zuletzt mit ihrem fünften Album „Liebes-Tatto“, welches vergangenes Jahr im Januar erschien. Mit dessen Vorgänger „Du warst jede Träne wert“ erreichte sie 2019 immerhin Platz Eins der deutschen Charts.

Doch wie hat Daniela Alfinito von ihrem großen Erfolg erfahren? Die Glücksbotschaft kam von niemand anderem als Papa Bernd, der überraschte sie kurzerhand zu Hause. „Als es an der Haustür klingelte, hatte ich den Mann vom Feuerlöscher-Service erwartet. Doch da stand Papa. Ich habe die 1 in seinen Händen gesehen und gemerkt, wie er nach Worten gerungen hat. Mir schossen gleich Tränen in die Augen. Damit habe ich jetzt meinen ‚Hattrick‘“, erklärt sie gegenüber der Bild-Zeitung. Auch Vater Bernd, der mit seinem Bruder Karl-Heinz in der bekannten Band „Die Amigos“ singt, ist stolz auf seine Tochter: „Sie hat es nicht leicht gehabt und das ist der Lohn ihrer Arbeit“.

Hungen: Daniela Alfinito ist seit fast 30 Jahren Altenpflegerin

Dass Daniela Alfinito es laut Vater Bernd Ulrich nicht leicht gehabt ist, lässt sich gleich zweimal durch die aktuelle Pandemie begründen. Zum einen war das Jahr 2020 durch das grassierende Coronavirus kein leichtes für Künstler, gerade nicht für Sänger. Von heute auf morgen mussten Auftritte, Konzerte und ganze Tourneen aufgrund der geltenden Schutz-Maßnahmen abgesagt werden - der Lebensunterhalt von Künstlern und deren Crew ist in Gefahr. Zum anderen arbeitet Alfinito hauptberuflich noch als Altenpflegerin in einer Hungener Einrichtung, der Umgang mit dem lebensbedrohlichen Virus wird zum Alltag.

In einem Interview mit „Meine Schlagerwelt“ Anfang Januar erzählt sie von der aktuellen Lage an ihrem Arbeitsplatz. Die Pflegeeinrichtung sei geschlossen, Angehörige dürften nicht zu Besuch kommen, was gut so wäre. Sie und ihre Kollegen müssten sich nun, als Pfleger „doppelt und dreifach“ um die Bewohner kümmern. Ihre Arbeit ist für Daniela Alfinito sowohl Beruf, als auch Berufung - seit 28 Jahren arbeite sie nun im Heim in Hungen und das wird auch so bleiben.

Trotz ihrer äußert erfolgreichen Musikkarriere denkt die 49-Jährige gar nicht daran, ihren Hauptberuf aufzugeben: „Ich werde nicht aufhören, nein. Ich werde natürlich und selbstverständlich weiterhin in der Altenpflege tätig sein“. Gegenüber Bild gibt sie zu, dass das Hungener Heim und die Lebensgeschichten der Bewohner sie geprägt hätten. Dort hätte sie auch gesehen, welche Auswirkungen das Coronavirus haben kann, in einem emotionalen Appell richtet sie sich an ihre Fans: „Nachdem die ersten so stark erkrankt sind, hab ich gesehen, es ist doch heftiger, als ich gedacht habe. Wir sollten uns alle danach richten, was wir gesagt bekommen. Und auch keine Partys feiern. Wir müssen da durch, alle“.

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