Kai Empacher Demografiebeauftragter
+
Kai Empacher Demografiebeauftragter

Kreis erstellt Armutsbericht

  • vonred Redaktion
    schließen

Gießen(pm). Was bedeutet eigentlich arm? Wie kann Gemeinwesenarbeit mehr Teilhabe für die Menschen vor Ort ermöglichen? Das sind nur zwei der Fragen, denen Kai Empacher als neuer Demografiebeauftrager derzeit nachgeht. Aus den Ergebnissen seiner Betrachtungen werden sich Handlungsempfehlungen für die Kreispolitik ableiten.

Der 32 Jahre alte Soziologe übernimmt damit die Aufgaben des vorigen Demografiebeauftragten Dr. Julien Neubert. "Kai Empacher bringt nicht nur fachliches Wissen im Bereich der empirischen Soziologie mit, sondern kennt durch seine Arbeit in einer bayerischen Kreisverwaltung auch interne Verwaltungsabläufe, kommunale Strukturen und Aufgaben", sagt Landrätin Anita Schneider.

Seit Mitte März arbeitet Empacher in der Stabsstelle Kreisentwicklung und Strukturförderung als Demografiebeauftragter. Die Themengebiete der seit 2017 bestehenden Stelle sind vielfältig. Das zeigt bereits der erste Demografiebericht des Landkreises. Das dort dargestellte Demografiemonitoring umfasst neben den Indikatoren für Bevölkerungsentwicklung und Prognose den demografischen Zukunftsindex. Bei diesem wird anhand von ausgewählten Kriterien die Zukunftsfähigkeit der Ortsteile bewertet.

"Demografie ist ein Querschnittsthema, das in sehr viele Lebensbereiche hineinreicht", sagt Empacher. Er arbeitet nun an einer weiteren Säule, dem Armutsbericht.

"Der Armutsbericht wird uns eine gute Grundlage für die weitere politische Arbeit bieten", sagt Landrätin Anita Schneider. "Er wird zeigen, wo wir gut aufgestellt sind, um Teilhabe für alle Menschen zu gewährleisten und wo wir nachsteuern müssen. Dies gilt nicht nur für den Bereich der sozialen Beratung und Unterstützungsangebote, sondern auch für die Themen Bildung, Ausbildung sowie Wohnen." Dafür möchte der Landkreis sowohl mit der Stadt Gießen und den Wohlfahrtsverbänden als auch mit den Hochschulen der Region zusammenarbeiten.

Um konkrete Handlungsbedarfe vor Ort zu definieren, braucht es jedoch zunächst Rechenarbeit. Aus verschiedenen Kennzahlen kann Empacher Aussagen über den Ist-Stand sowie Prognosen für die Zukunft treffen. "Ich muss immer schauen: Wo stehen wir aktuell und wo gibt es Veränderungen?", sagt er. Diese Zahlen überprüft und aktualisiert er regelmäßig.

"Demografiemonitoring ist keine Momentaufnahme, sondern zeigt eine Entwicklung." Erst durch dieses Monitoring kann er präzise Handlungsempfehlungen ableiten. Werden diese umgesetzt, lässt sich deren Erfolg wiederum an veränderten Zahlen messen.

Neben den Monitoringaufgaben und dem Erarbeiten von politischen Handlungsempfehlungen gehören zu Empachers Aufgaben auch das Akquirieren von Fördermitteln sowie das konzeptionelle Arbeiten in Zukunftsprojekten des Kreises.

"Vor allem der Austausch mit anderen prägt die Arbeit eines Demografiebeauftragten", sagt Uwe Happel, Leiter der Stabsstelle Kreisentwicklung und Strukturförderung. So arbeitet Empacher eng mit vielen Organisationseinheiten der Kreisverwaltung zusammen und pflegt den Austausch mit den unterschiedlichsten Fachgebieten. FOTO: PM

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare