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Kreis bittet Bundeswehr und RKI um Hilfe

  • vonred Redaktion
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Gießen(pm). Mit knapp 56 Fällen innerhalb der letzten sieben Tage ist die Zahl der Neuinfektionen mit dem Coronavirus im Landkreis Gießen so stark angestiegen, dass die zweithöchste Warnstufe des Landeskonzepts zur Eindämmung der Pandemie erreicht wurde. Dies bedeutet "eine konsequente Beschränkung von Kontakten", um weitere Infektionen zu vermeiden, sowie eine enge Abstimmung mit dem Covid-19-Planungsstab des hessischen Sozialministeriums und dessen ständige Information.

Der Landkreis werde sowohl das Robert-Koch-Institut (RKI) als auch die Bundeswehr "um Unterstützung bei der Nachverfolgung von Infektionsketten bitten", kündigte Landrätin Anita Schneider an.

Zudem wird der Verwaltungsstab die Bundespolizei um Unterstützung der Kreisordnungsbehörde sowie der Ordnungsämter bitten. Ein Team aus den Reihen anderer Bereiche der Kreisverwaltung wird das Gesundheitsamt unterstützen, so wie es bereits im Frühjahr der Fall war.

Am Montagvormittag hat der Verwaltungsstab des Landkreises die Situation erörtert, dabei war auch ein Beamter der Polizei eingebunden. "Die steigenden Infektionszahlen lassen sich nicht auf einzelne Cluster zurückführen, sondern betreffen viele, voneinander unabhängige Geschehen", erläuterte Schneider. Mittlerweile lasse sich in nur noch etwa der Hälfte aller Fälle der Infektionsherd ermitteln.

Der Verwaltungsstab appelliert eingehend, Abstands- und Hygieneregeln einzuhalten, Alltagsmasken zu tragen und auf nicht notwendige Besuche, Treffen, Fahrten und Reisen zu verzichten. "Jeder von uns hat in hohem Maß Verantwortung für andere Menschen", sagt Schneider.

Der Landkreis hatte am vergangenen Donnerstag und Freitag mit zwei neuen Allgemeinverfügungen auf die steigenden Infektionszahlen reagiert. Diese sehen unter anderem Beschränkungen für die Teilnehmerzahl von Feiern sowie eine Sperrstunde für die Gastronomie vor. Ob weitere Maßnahmen durch Verfügungen geregelt werden müssen, werde der Landkreis nun prüfen.

Der Verwaltungsstab hat wegen der steigenden Infektionszahlen auch entschieden, künftig Fallzahlen für einzelne Kreiskommunen zu veröffentlichen. "Bisher haben wir wegen vergleichsweise niedriger Zahlen mit Blick auf die Persönlichkeitsrechte Infizierter davon abgesehen, weil in vielen Fällen einzelne Infizierte vor allem in kleineren Gemeinden identifizierbar geworden wären", sagt die Landrätin. Mit steigenden Zahlen und zunehmender Dauer der Pandemie sei diese Identifizierbarkeit einzelner Personen nicht mehr gegeben. Gleichwohl weist sie daraufhin, dass niedrige Fallzahlen in einer Gemeinde keinesfalls bedeuten, dass Abstands- und Hygieneregeln nicht eingehalten werden müssen. Allein der Umstand, dass in vielen Fällen der Ursprung von Infektionen nicht ermittelt werden kann, bedeute besondere Vorsicht.

Der Landkreis steht in Abstimmung mit den Kommunen. Wo besonders hohe Ansteckungszahlen verzeichnet werden, verweisen Gesundheitsamt und Kreisordnungsbehörde unter anderem auf die Notwendigkeit verstärkter Kontrollen sowie besonders intensiver Hygiene- und Abstandsvorkehrungen in Kitas und Gemeinschaftseinrichtungen.

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