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Sorgfältig bringt er Dünsberg, Gleiberg und Vetzberg auf eine Holzplatte: In seiner Schreinerwerkstatt malt Bruno Henkelmann das Hintergrundbild für den Modellzug im kleinen Bieberlies-Waggon-Museum beim Hofgut Schmitte in Rodheim-Bieber.

Kreativ bis ins hohe Alter

  • VonKlaus Waldschmidt
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Seine Intarsienarbeiten sind von bemerkenswerter Qualität. Schreinermeister Bruno Henkelmann legt auch mit über 90 Jahren die Werkzeuge nicht aus der Hand. Der Heuchelheimer ist ein kreativer Kopf.

Oft trifft man Schreinermeister Bruno Henkelmann in seiner Werkstatt in der Rodheimer Straße 100 an. Dort kreiert er ganz besondere Werkstücke. »Die Holz-, Bastel- und Malarbeiten und die Intarsienarbeiten halten mich im hohen Alter jung und frisch«, räumt der Heuchelheimer unumwunden ein. Schon früher war er für das Domizil der Schmalfilmfreunde - dem heutigen Kameramuseum und ehemaligen Backhaus in der Wilhelmstraße - schreinertechnisch aktiv, war auch an anderen Projekten beteiligt.

Im Einsatz für die Bieberlies

In den vergangenen Jahren hat Henkelmann für den Heimatverein Rodheim-Bieber den Kasten für das große Bieberlies-Modell hergestellt; es hat nun im Rodheimer Bürgerhaus sein Domizil gefunden. Mit viel Liebe zum Detail hat der Schreinermeister die Holzrahmen für die Info-Tafeln am Waggonmuseum im Hofgut Schmitte sowie die Holzbänke im Eisenbahnwaggon gefertigt. Neben dem Trachtenschrank im Rodheimer Heimatmuseum mit einem als Intarsie filigran gearbeiteten Trachtenpaar hat Henkelmann auch den Modellzug der Bieberlies hergestellt, letzteren gemeinsam mit Manfred Kinzenbach (Biebertal) und Günther Fischer (Kinzenbach).

Aktuell malt er auf eine große Holzplatte das Gleiberg-Vetzberg-Dünsberg-Panorama. Dieses Motiv bildet dann bei der Präsentation des kleinen Bieberlies-Zuges mit Gepäckwagen und zwei Personenwagen die Hintergrundkulisse im kleinen Waggon-Museum.

Henkelmann ist vielfältig kreativ. Seine Intarsien-Arbeiten sind von hoher Qualität. Neben der Kunst des Schreinerhandwerks beherrscht er auch jene des Malens. So schuf er etwa für die Info-Tafeln am »Drive-In« der Bäckerei Volkmann die Holzgestelle und -rahmen für die Infotafeln zur Heuchelheimer Historie.

Kunst im Wohnhaus

Bruno Henkelmann, ein waschechter Heuchelheimer des Jahrgangs 1931, besuchte zunächst die Volkschule in seinem Heimatort, absolvierte dann bei der Firma Stückrat von 1946 bis 1949 eine Schreinerlehre und legte mit 23 Jahren seine Meisterprüfung ab. 1956 wechselte er zur Firma Schneider in Klein-Linden. Danach war er 14 Jahre selbstständig. Während dieser Zeit fertigte er auch Ladeneinrichtungen für Uhrengeschäfte. Danach wechselte er wieder zur Firma Schneider und blieb dort, bis er mit 65 Jahren in Rente ging. Leider ist seine Ehefrau Else geb. Schwarzer, die einst als Heimatvertriebene nach Vetzberg kam, kurz vor der diamantenen Hochzeit des Paares verstorben.

Henkelmanns Schreinerwerkstatt ist noch komplett ausgestattet und wird von ihm rege und gerne genutzt. Sein 1967 erbautes Wohnhaus hat er mit zahlreichen Intarsienarbeiten kunstvoll ausgestattet.

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