Licht-Test-Auftakt im Autohaus Krahn mit Landrätin Anita Schneider (2. v. r.) und den beiden Geschäftsführern Thomas Weber und Bernhard Malburg als Gastgeber. FOTO: SEL
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Licht-Test-Auftakt im Autohaus Krahn mit Landrätin Anita Schneider (2. v. r.) und den beiden Geschäftsführern Thomas Weber und Bernhard Malburg als Gastgeber. FOTO: SEL

Kostenlose Licht-Tests

  • vonFranz Ewert
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Gießen(sel). Bis zum 31. Oktober heißt es "Licht-Test 2020" in den rund 36 000 Innungs-Werkstätten des Kraftfahrzeuggewerbes in Deutschland. So auch in den Betrieben der Kfz-Innung Oberhessen. Für den Bereich von Stadt und Kreis Gießen fand die Auftaktveranstaltung für den diesjährigen - und wie immer kostenlosen - Licht-Test im Autohaus Krahn an der Frankfurter Straße in Gießen statt.

Traditionell dabei ist die Landrätin Anita Schneider. Schneider, Carsten Müller (Obermeister der Innung für das Kraftfahrzeuggewerbe Oberhessen) und Björn Hendrischke (Hauptgeschäftsführer der Kreishandwerkerschaft Gießen) wiesen auf die Bedeutung und Notwendigkeit dieses Sicherheitsangebotes hin und ermunterten zur Teilnahme. Dabei gehe es im Hinblick auf eine funktionierende und richtig eingestellte Beleuchtungsanlage am Fahrzeug letztlich um den Schutz des Autofahrers selbst. Aber auch um die Sicherheit anderer Verkehrsteilnehmer.

Sicherheit in 15 Minuten

Seit 1956 gehört der Licht-Test im Oktober für viele Autofahrer zum Pflichtprogramm. Die Veranstalter wünschen sich, dass es noch mehr werden. Denn die Ergebnisse des Licht-Testes sind regelmäßig alarmierend. Die diesjährige Aktion steht unter dem Motto "Licht, Sicht und Sicherheit". Sie wird gemeinsam vom Zentralverband des deutschen Kfz-Gewerbes (ZDK) sowie der Deutschen Verkehrswacht angeboten und steht unter der Schirmherrschaft des Bundesverkehrsministers.

Beim kostenlosen Licht-Test überprüfen die Techniker acht Prüfpunkte der Fahrzeugbeleuchtung, die die Straßenverkehrs-Zulassungsordnung vorgibt: Sie reichen von den Scheinwerfern über Blinklichter und Nebelschlussleuchte bis hin zu den Rücklichtern. Zu prüfen sind der Hell-Dunkel-Kontrast, Scheinwerfereinstellhöhe, Streuscheibenzustand, Nebelleuchten und Zusatzscheinwerfer. Der Licht-Test dauert etwa 15 Minuten. Ist alles in Ordnung, wird die begehrte Plakette an der Windschutzscheibe platziert.

Die Mängelquote ist in Hessen bei Pkw gegenüber 2018 leicht auf 28,6 Prozent gesunken. Bei Nutzfahrzeugen weist sie allerdings bedenkliche 39,3 Prozent aus. Zahlen, die die Notwendigkeit der Beleuchtungsanlagen-Überprüfung verdeutlichen.

Es sei nicht hinzunehmen, sagte Obermeister Müller, dass jede dritte Fahrzeugbeleuchtung Mängel aufweist: "Wer im Straßenverkehr blendet oder einäugig fährt, gefährdet nicht nur sich selbst, sondern vor allem andere Verkehrsteilnehmer." Die Kfz-Meisterbetriebe geben mit der Aktion geldwerte Leistungen in Höhe eines dreistelligen Millionenbetrages kostenlos an die Autofahrer weiter.

Etwas schwieriger gestaltet sich die Überprüfung moderner Lichtanlagen. Funktionen wie beispielsweise das Kurvenlicht oder die Abblendautomatik lassen sich nicht "auf die Schnelle" kontrollieren. Hier reduziert sich dann der Licht-Test auf eine reine Funktionsprüfung.

Es versteht sich von selbst, dass der notwendige Austausch defekter Teile nicht kostenlos erfolgen kann. Gleichfalls die zeitaufwendigen Einstellarbeiten komplexer, intelligenter, computergesteuerter Scheinwerfersysteme, die umfangreiche Prüfungen mit Hilfe eines Diagnostik-Computers benötigen.

Der Licht-Test ist seit 1956 die größte Verkehrssicherheitsaktion in Deutschland, bei der pro Jahr etwa sechs Millionen Fahrzeuge überprüft werden.

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