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Die Sanierung der Climbacher Ortsdurchfahrt gehört zu den größeren Investitionen der Stadt in diesem Jahr. FOTO: KME

Kopfzerbrechen bei Etatplanung

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Die Steuern sollen leicht sinken, doch insgesamt ist der Entwurf für den Allendorfer Haushalt auf Kante genäht. Investitionen im Kita-Bereich schlagen deutlich zu Buche.

Über weite Strecken klang es wie ein Klagelied: Der Haushaltsentwurf für das laufende Jahr habe Verwaltung und Magistrat wieder einmal "große Sorgen und Kopfzerbrechen" bereitet, sagte Bürgermeister Thomas Benz bei seiner Rede zur Einbringung der Finanzplanung am Montagabend in der Stadtverordnetenversammlung.

Unter anderem wegen Einbußen bei der Gewerbesteuer habe man einige angedachte Investitionen vorerst auf Eis legen müssen, etwa die Erneuerung veralteter Elektroinstallationen in städtischen Gebäuden. "Die Stadt wird es sich finanziell dauerhaft nicht leisten können, auf allen Hochzeiten zu tanzen. Es gilt zunächst den Erhalt der städtischen Infrastruktur sicherzustellen, um dann konkrete machbare Ziele mit den notwendigen Ressourcen auszustatten", mahnte Benz.

Beim Blick auf größere Investitionsposten wird deutlich, dass Sanierungen im Vordergrund stehen. Um eine fundierte Grundlage für die künftige Planung zu schaffen, sind auch Mittel für die Erstellung eines Straßenzustandskatasters vorgesehen. Auch wenn es lukrativ erscheine, kommunale Projekte mit Fördermitteln anzugehen, müsse man "sehr kritisch hinterfragen, ob diese Ziele wirklich die erste Priorität in unserer Stadt genießen", unterstrich der Bürgermeister. Denn die Stadt müsse stets auch einen Eigenanteil leisten. "Hinzu kommt eine nicht unerhebliche Personalbindung, die an anderer Stelle wiederum schmerzlich fehlt."

Sorge bereitet Benz auch der steigende Zuschussbedarf für die Kinderbetreuung; dieser habe sich seit 2014 auf nun 1,13 Millionen Euro mehr als verdreifacht. "Der wünschenswerte beständige Ausbau der Kinderbetreuung" setze sich in Allendorf fort, doch man fühle sich bei deren Finanzierung "allein gelassen". Neben der Betreuung ist auch die Unterhaltung und Erweiterung der Kita-Gebäude in diesem Haushaltsjahr ein beträchtlicher Posten. Gewerbetreibende und Grundstücksbesitzer können aber auf eine, wenn auch nur geringe, Entlastung hoffen: Der Entwurf sieht vor, die Grundsteuer B auf 680 Hebesatzpunkte abzusenken (bislang 695). Die Gewerbesteuer soll auf 400 Punkte sinken (Minus 20). Ob diese Kalkulation auch nach den Haushaltsberatungen noch aktuell ist, bleibt abzuwarten. Positiv hob Benz den Schuldenstand von nun 5,1 Millionen Euro hervor. Dies sei der niedrigste Wert in Allendorf seit 1990.

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