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Konzerte, Lesungen, Stolpersteine

  • Nastasja Akchour-Becker
    vonNastasja Akchour-Becker
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Die Veranstaltungsreihe zum 9. November in Lich soll stattfinden - wenn auch unter verschärften Corona-Bedingungen. Die verschiedenen Beteiligten haben spannende Vorträge, Lesungen, Konzerte und Filme vorbereitet. Auch weitere Stolpersteine werden im Rahmen der Novemberreihe verlegt.

Noch sind die verschiedenen Veranstalter optimistisch, dass die Veranstaltungsreihe zur Erinnerung an den 9. November 1938 in Lich so laufen kann, wie geplant. "Aber was wirklich stattfinden kann, wissen wir noch nicht, angesichts der steigenden Infektionszahlen", macht Karla Katja Leisen vom Vorstand des Kulturvereins "künstLich" am Montag auf der Pressekonferenz im Kulturzentrum ehemalige Bezalel-Synagoge deutlich. "Wir planen aber auch, Veranstaltungen aufzunehmen, sodass sie live gestreamt werden können oder im Nachhinein online abrufbar sind."

Besonders wichtig war den Veranstaltern in diesem Jahr auch, Bezug zu heute zu nehmen. "Wir wollen die Erinnerung wach halten, aber gleichzeitig schauen, was das mit heute zu tun hat", erläutert Leisen. Zum Beispiel mit dem Rassismus, der im Alltag stattfinde. Mit diesem setzt sich Anahita Parhami auseinander, die ab Sonntag, 1. November, in der Kinokneipe "Statt Gießen" Bilder ausstellt. Parhami ist 2017 aus dem Iran geflüchtet und lebt heute als Grafikdesignerin in Frankfurt.

Spannend verspricht auch das Gespräch mit Cetin Gültekin zu werden. Er hat am 19. Februar 2020 bei dem rassistisch motivierten Attentat in Hanau seinen Bruder Gökhan verloren. Moderiert wird das Gespräch im Kulturzentrum Bezalel-Synagoge von Tim van Slobbe, Veranstalter sind der Ausländerbeirat des Landkreises Gießen und das Forum für Völkerverständigung Lich.

Da die für Mai geplante Stolpersteinverlegung pandemiebedingt nicht stattfinden konnte, wird sie nun am Donnerstag, 5. November, nachgeholt. "Allerdings ohne Künstler Gunter Demnig, der anderweitig Termine hat. Und auch die Nachfahren können nicht anreisen", berichtet Hille Neumann von der AG Stolpersteine Lich.

Vor vier Häusern sollen 16 Stolpersteine verlegt werden, die an die Familien Ludwig Sommer, Bing, Chambré und Mayer Sommer erinnern. Treffpunkt ist um 13.30 Uhr am Hessentagsbrunnen. "Wir hoffen, dass unter freiem Himmel die Abstandsregeln gut eingehalten werden können" sagt Neumann mit Blick auf die Besucherzahl.

Am 9. November selbst findet die alljährliche Mahnwache am Denkmal vor der Marienstiftskirche statt. Die Andacht hält Pfarrerin Barbara Lang.

Sven Görtz ist mit zwei Veranstaltungen bei der Novemberreihe dabei. In Kooperation mit der Kreisvolkshochschule, "künstLich" sowie der Arbeitsstelle Holocaustliteratur wird er am Donnerstag, 12. November, im Kulturzentrum Bezalel-Synagoge mit Begleitung einer Cellistin Texte jüdischer Autoren präsentieren, darunter Hilda Stern Cohen, Else Lasker Schüler und Heinrich Heine.

Bereits am Samstag, 7. November, singt Görtz politische Songs von John Lennon, Bob Dylan, Bob Marley, David Bowie sowie eigene Werke.

"Wegen der hohen Nachfrage wird in der Kreisvolkshochschule erneut ein Kurs zum Thema Judentum angeboten", kündigt Torsten Denker, der Leiter der Kreisvolkshochschule in Lich, an. Rabbi Dani Danieli aus Marburg stellt die Grundlagen und Philosophie des Judentums vor und dann wird über Gemeinsamkeiten und Unterschiede gesprochen. Der dreiteilige Kurs beginnt am Montag, 16. November.

Den Klang in die Welt hinauszutragen und fernab von politischen, religiösen oder historischen Belastungen für gute Schwingungen in der Welt zu sorgen, ist das Ziel von Sukawave. Ihr Gong-Konzert soll am Sonntag, 22. November, in der Bezalel-Synagoge stattfinden. Und das Kino Traumstern zeigt parallel zur Novemberreihe verschiedene Filme passend zum Thema.

Das Hygienekonzept und die Abstandsregeln sehen zurzeit etwa 30 bis 40 Plätze im Kulturzentrum ehemalige Bezalel-Synagoge und 40 bis 50 Plätze im Kino Traumstern vor. Wegen der begrenzten Platzzahl empfiehlt es sich, sich vorher bei den Veranstaltern anzumelden. Infos zu den einzelnen Terminen stehen im Internet unter www.kuenstlich-ev.de. Für das Gespräch mit Cetin Gültekin kann man sich anmelden per E-Mail an saytheirnames@timsim.de.nab

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