1. Gießener Allgemeine
  2. Kreis Gießen

»Kontakte vermeiden«

Erstellt: Aktualisiert:

Von: red Redaktion

Kommentare

Gießen (pm). Das Veterinäramt des Landkreises warnt vor einer Einschleppung der Geflügelpest. Wer Geflügel hält, sollte dringend nötige Schutzvorkehrungen treffen. Seit Mitte Oktober wurden in Norddeutschland vermehrt mit Geflügelpest infizierte Wildvögel gefunden und erste Fälle in Geflügelbetrieben bekannt. Vor Kurzem wurde die Geflügelpest auch in Rheinland-Pfalz bei Wildvögeln unweit der hessischen Landesgrenze festgestellt.

Das als Bundesbehörde für Tiergesundheit und Tierseuchenprävention zuständige Friedrich-Löffler-Institut schätzt die Gefahr der Einschleppung in Hausgeflügelbestände als hoch ein.

Die Geflügelpest ist eine Viruserkrankung von Vögeln, die neben einem erheblichen Leiden der erkrankten Tiere und einer hohen Todesrate schwerwiegende Auswirkungen auf Geflügelhaltungsbetriebe haben kann. Nur in Ausnahmefällen ist bisher ein Überspringen des Erregers auf Menschen bekannt.

Zugvögel können sich unerkannt mit Geflügelpest infizieren und diese während ihres Herbst- und Frühjahrszugs über große Entfernungen verbreiten. Nur durch ausreichende Biosicherheitsmaßnahmen kann es gelingen, dass die Erreger nicht in Hausgeflügelhaltungen gelangen.

Tote Vögel melden

Die Tiere dürfen nur an Stellen gefüttert werden, zu denen Wildvögel keinen Zugang haben. Das gleiche gilt auch für die Lagerung von Futter, Einstreu, Gerätschaften und Maschinen, die in der Geflügelhaltung verwendet werden. Beim Betreten und Verlassen der Stallungen ist auf Hygiene zu achten. Dazu gehört das gründliche Händewaschen mit Seife sowie die Trennung zwischen Straßen- und Stallkleidung. Zudem sollten nur Personen zu den Tieren gelassen werden, deren Besuch unbedingt erforderlich ist. Auch Hunde und Katzen gelten als Gefahr, ebenso Nagetiere, deren Bekämpfung deswegen angeraten ist.

Ob und wann es eine Aufstallungspflicht für die Tiere gibt - diese also dauerhaft im Stall bleiben müssen -, müsse im Einzelfall nach einer Risikoanalyse geprüft werden. »Dabei werden verschiedene Faktoren bewertet«, erklärt Dr. Stefanie Graff, Leiterin des Veterinäramts und im Landkreis Gießen für die Eindämmung und Bekämpfung von Tierseuchen zuständig. Dazu zählt unter anderem, wie rasch und umfangreich sich die Geflügelpest in der näheren Umgebung ausbreitet.

Die Stall-Pflicht soll so lange wie möglich vermieden werden. »Wir haben dabei auch immer den Tierschutz im Blick, da eine Aufstallungspflicht immer auch eine Einschränkung in der Bewegungsfreiheit der Tiere bedeutet«, sagt Christian Zuckermann, Dezernent für Veterinärwesen.

Um eine Ausbreitung der Geflügelpest frühzeitig zu erkennen, ist die Untersuchung tot aufgefundener Wildvögel hilfreich - vor allem von Wasservögeln. Wer an Gewässern, in Wald und Feld tote Vögel entdeckt, wird gebeten, dies dem Fachdienst Veterinärwesen und Verbraucherschutz zu melden, Tel. 06 41/93 90-62 00, E-Mail: poststelle.avv@lkgi.de.

Auch interessant

Kommentare