Thema im Ausschuss: Der soziale Zusammenhalt in Lollar. ARCHIVFOTO: LAS
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Thema im Ausschuss: Der soziale Zusammenhalt in Lollar. ARCHIVFOTO: LAS

Kommission abgelehnt

  • Jonas Wissner
    vonJonas Wissner
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Das Zusammenleben vieler Nationalitäten und Communitys prägt Lollar und bringt Herausforderungen mit sich. Im Sozialausschuss ging es darum, in welchem Rahmen über dieses Thema gesprochen werden sollte.

Was sind die drängenden sozialen Herausforderungen in Lollar? In welchem Rahmen und wie öffentlich sollten sie diskutiert werden? Diese Fragen haben am Mittwochabend den städtischen Sozialausschuss beschäftigt. Anlass war ein Antrag der CDU. Darin beantragt die Fraktion, eine Kommission zum Thema "Soziale Herausforderungen in Lollar" zu gründen. Sie solle "einen angemessenen und regelmäßigen Informationsaustausch" sicherstellen, ein "gemeinsames Verständnis über die Situation in Lollar schaffen", heißt es in dem Antrag. Im Bereich der Integration hätten die Probleme in den vergangenen drei Jahren zugenommen, sagte Dr. Jens-Christian Kraft, dies habe auch der Integrationsbericht gezeigt. Welchen inhaltlichen Fokus die Kommission aus Sicht der CDU haben soll, blieb einigen Ausschussmitgliedern unklar. Darauf angesprochen, dass die CDU vor wenigen Monaten einen fast gleichlautenden Antrag unter dem Stichwort "Integrationskommission" gestellt habe, sagte Kraft, es gehe auch, aber nicht nur um Integration und Sicherheit. Ein drängendes Thema sei die in den letzten Jahren gestiegene Zahl von Arbeitsmigranten aus Bulgarien, zurzeit sind laut der Integrationsbeauftragten etwa 230 Personen mit diesem Status in Lollar gemeldet. Diese seien teils in prekären Verhältnissen untergebracht. Bürgermeister Dr. Bernd Wieczorek betonte, es sei erwiesen, dass es im Bereich des Sozialbetrugs in Lollar keine Bandenstrukturen gebe. Die übrigen Fraktionen lehnten den Antrag ab. Der Tenor: Diskussionen über Integration und sozialen Zusammenhalt gehörten in den Ausschuss oder an einen bereits bestehenden Runden Tisch - und in die Öffentlichkeit statt hinter verschlossene Türen.

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