+

Auf Knochenjagd

  • schließen

An der Bushaltestelle nahe der Veterinärmedizin der Justus-Liebig-Universität wird die Klasse 4a der Brüder-Grimm-Schule in Gießen von Prof. Dr. Carsten Staszyk erwartet - über seiner Schulter trägt er einen riesigen Knochen. Die Neugierde der Klasse ist sofort geweckt - wie schwer ist der Knochen wohl? Und von welchem Tier stammt er? Ist er überhaupt echt? Diesen und noch vielen anderen Fragen wird die Klasse heute nachgehen.

Uns allen ist bekannt, wie das Skelett eines Menschen aussieht. Auch einen Menschenschädel können wir sofort erkennen, aber die Skelette von Tieren sind uns meist unbekannt. Das soll sich heute ändern. Professor Staszyk führt uns in den Bereich der Veterinäranatomie. Hier geht es um die Knochen von vielen verschiedenen Tieren. Er lässt uns raten, von welchem Tier der Knochen, den er uns mitgebracht hat, stammt. Da er so groß ist, kommen wir schnell auf die richtige Lösung: Es handelt sich um den Oberschenkel eines ausgewachsenen Elefanten.

Im Hörsaal der Tierärzte nimmt die Klasse nun Platz und kann sich fühlen wie in einer echten Vorlesung. Doch wird hier nicht bloß zugehört, jeder ist gefordert mitzudenken. Denn Herr Staszyk teilt jedem Besucher das Bild eines Tieres aus. Vorne hat er über 20 verschiedene Schädel aufgebaut, die jetzt dem passenden Tier zugeordnet werden sollen. Bei manchen Tieren ist das gar nicht so schwer.

Wie ein Elefantenbaby fühlen

Aber habt ihr euch schon mal vorgestellt, wie der Schädel eines Seeotters aussieht? Wir alle brauchen die Hilfe von Herrn Staszyk, doch gemeinsam mit den spannenden Infos des Experten und durch viel Ausprobieren findet die Klasse bald die Lösung und kann letztendlich Löwe, Robbe, Ameisenbär (er hat keinen einzigen Zahn!) und Co. richtig zuordnen. Als besonderes Highlight präsentiert Professor Staszyk uns den Zahn eines echten Mammuts - er fühlt sich ganz leicht an, obwohl er fast so groß ist wie unsere Köpfe.

Nach einer Stärkung mit Laugengebäck und Apfelschorle geht es weiter. Wir lernen zunächst noch Näheres zu dem Elefanten, dessen Oberschenkel wir bereits genauer untersucht hatten. Der Elefant lebte in einem Zoo und wurde der Universität nach seinem Tod zur Verfügung gestellt, damit die Studenten und Forscher ihn genau untersuchen können. Die Klasse bestaunt das Becken des Elefanten, durch das wir ohne Probleme hindurchklettern könnten. So fühlen wir uns ein bisschen wie ein kleines Elefantenbaby bei seiner Geburt.

Anschließend erklärt uns Professor Staszyk, wie man die Skelette von verschiedenen Tieren unterscheiden kann. Ein Pferd zum Beispiel läuft eigentlich nur auf einer Zehenspitze, das Rind erkennt man im Vergleich dazu daran, dass es zwei Zehen hat. Auch das Skelett eines Hundes untersuchen wir genauer. Anschließend zeigt uns Herr Staszyk einen großen Haufen Knochen, die alle durcheinandergeraten sind. Wir sollen ihm helfen und sie zu dem passenden Tier zuordnen. Nach etwas Knobelei und mit ein paar Tipps des Profis stellt auch das kein Problem mehr für uns dar.

Zum Abschluss dürfen wir in Kitteln wie echte Tierärzte zusammen mit den Skeletten für Fotos posieren. Wir bedanken uns bei Herrn Staszyk und seiner Frau für den tollen Besuch, bevor wir uns zufrieden und mit viel neuem Wissen auf den Weg zurück zur Schule machen. Im Bus seufzt Erik: "Wenn Schule doch nur immer so sein könnte…"

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare