Klug: Strategie wird angepasst

  • Thomas Brückner
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Laubach (tb). Immerhin zwei Millionen Euro hatte die Stadt Laubach bei der Greensill Bank AG in Bremen festgelegt. Keineswegs eine Kleinigkeit, nimmt man allein das - im Vergleich zu anderen Anlegern - »bescheidene« Etatvolumen von 21 Millionen Euro zum Maßstab. Doch hatte die Ostkreiskommune bekanntlich Glück: Der Vertrag mit der in Konkurs gegangenen Bank lief im Spätsommer des vergangenen Jahres aus.

Das (immerhin) niedrig verzinste Kapital floss zurück.

Also noch vor der Herabstufung der Bonität der Bremer Privatbank durch die Ratingagentur S & P von BBB + auf BBB - und lange bevor die Finanzaufsicht die Reißleine zog (die GAZ berichtete). Auf dass die Kleinstadt möglichst nicht noch einmal ihr Glück herausfordern müsse, haben Laubachs Bündnisgrüne den Magistrat aufgefordert, »deutlich mehr Gewicht auf Sicherheit zu legen«, wie Fraktionssprecher Michael Köhler es jüngst in einer Anfrage formuliert hat. Will heißen: die Anlagerichtlinien sollten nachgeschärft werden.

Gemäß der im Mai des Vorjahres erstmals überhaupt beschlossenen Richtlinien darf die Kommune »freies Geld« nur bei Instituten festlegen, deren Bonität von S & P mit mindestens BBB - bewertet wird. Das Rating kann sich dabei auf den Emittenten wie den Mutterkonzern beziehen.

Thema waren die Geldanlagen nun in der Sondersitzung des Notausschusses am Montag in der Sport- und Kulturhalle. Eine Zusammenkunft unter besonderen Vorzeichen: Ob der Inzidenz von fast 800 in Laubach war der Zutritt nur mit negativen Schnelltest möglich, war die Besucherzahl auf drei begrenzt.

Die Stadt Laubach, so der Bürgermeister Klug an die Adresse der Grünen, habe aktuell keine Geld- oder andere Finanzanlagen mehr. Besagte Anlagestrategie stamme vom Hessischen Städtetag und sei mit der Revision besprochen worden. Weiter wörtlich: »Für die Zukunft wird diese Strategie angepasst.« Womit der Verwaltungschef Aussagen von Jakob Fischer, Leiter der Finanzabteilung unterm Dach des Verwaltungsverbandes mit Lich, gegenüber dieser Zeitung bestätigte. Der Kämmerer hatte da bereits eine Vorlage ans neue Stadtparlament avisiert, wonach künftig BBB + oder vergleichbare Einstufungen verlangt werden sollten.

Freilich eine eher akademische Frage. Dürfte Laubach doch weder 2021 noch 2022 Geld »auf der hohen Kante« habe, denkt man nur an die geplanten Millioneninvestitionen. Von den Unwägbarkeiten der Corona-Pandemie mal ganz abgesehen.

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