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Die Baumaterialien stehen auf einem Parkplatz schon bereit, ab Montag wird die K365 für zwei Wochen gesperrt sein.

Kleintiertunnel schützt nicht nur Kröten

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Langgöns (dhe). Jeder kennt sie: Die grünen Zäune, die jedes Jahr im Frühjahr an den Straßenrändern aufgebaut werden, um verschiedenste Amphibien davor zu schützen, von vorbeifahrenden Autos erfasst zu werden. Denn jedes Jahr wandern Salamander, Kröte und Co. von ihren Winterquartieren zu Laichstellen und müssen dafür häufig Straßen überqueren. Diese Überquerung ist für die Tiere allerdings höchst gefährlich, doch nicht nur für die. Die ehrenamtlichen Naturschützer, die für das Aufbauen der Zäune und über die Straße tragen zuständig sind, bringen sich ebenfalls in Gefahr. Im Dunkeln und oft bei Nässe müssen sich die Helfer unmittelbar am Straßenrand bewegen und diese natürlich auch passieren. Vor allem Raser stellen hier eine zusätzliche Gefährdung dar.

Aus diesem Grund sollen nun zwischen Oberkleen und Cleeberg eine feste Amphibienleitanlage an der Kreisstraße sowie Querungshilfen in Form von zwei Amphibientunneln gebaut werden, um mehr Schutz für Mensch und Tier gewährleisten zu können. Ein lobenswertes Projekt, das mit insgesamt rund 100 000 Euro von Kreis und Land finanziert wird, doch ein größeres Problem mit sich bringt: Die zweiwöchige Sperrung (30. September bis 11. Oktober) der Kreisstraße zwischen den beiden Orten. Die Umleitung ist mit etwa 17 Kilometern sehr weitläufig und bedeutet daher eine deutliche Behinderung für Autofahrer.

Auf Verständnis angewiesen

Der erste Vorsitzende der NABU-Gruppe "Oberes Kleebachtal", Günther Oberländer, ist sich der Problematik bewusst und bittet daher um das Verständnis der Menschen, die von der Straßensperrung betroffen sind: "Wir haben wirklich alles versucht, aber es geht leider nicht anders. Es ist wichtig zu verstehen, dass es hier nicht nur um den Schutz der Tiere, sondern auch um den der Menschen geht." Oberländer hofft, dass der Bau problemlos verläuft, damit die Einschränkungen für die Bürger so kurz wie möglich andauern.

Die Zahl der Tiere, welche die K 365 am Kleebach überqueren wollen, um zu den vier Teichen zum Laichen zu gelangen, ist nicht unbedeutend. 2016 wurden 3600 Amphibien gezählt. Durch den Klimawandel und die damit kommende Trockenheit und das Insektensterben sind die Zahlen in den letzten Jahren allerdings stark rückläufig: Dieses Jahr zählte man bereits 2 000 Amphibien weniger. Der zusätzliche Schutz der Tiere ist daher wichtig. Auch andere Kleintiere wie Mäuse, Füchse und Reptilien werden wohl durch die Tunnel das Risiko, unter die Räder zu kommen, vermeiden können.

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