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Freisprechungsfeier der Fleischerinnung Gießen. Obermeister Zach-Zach würdigt die Gesellen als »begehrte Fachkräfte«.

Kleine Steigerung

  • VonFranz Ewert
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Gießen (sel). Fünf junge Menschen haben am Ende ihrer dreijährigen Lehrzeit in diesem Jahr die Prüfung zum Fleischergesellen bestanden. Bei den Fachverkäufern im »Lebensmittelhandwerk Schwerpunkt: Fleischerei« (so die amtliche Bezeichnung) waren es acht. Wobei in diesem Prüfungsjahr eine bisher so nicht da gewesene Besonderheit ins Auge fällt, nahmen doch vier Fachverkäufer und ebenso viele Fachverkäuferinnen ihre Gesellenbrief in Empfang.

Übergeben wurden die Zertifikate von Innungsobermeister Carlos Zach-Zach (Gießen) und der Prüfungsausschussvorsitzenden Esther Schaut aus Launsbach.

In Summe also 13 junge Menschen, die ihre berufliche Zukunft im Fleischerhandwerk sehen. Diese Zahl ist im Vergleich zu früheren Jahrzehnten nach wie vor sehr übersichtlich, um nicht zu sagen gering. Nimmt man allerdings die vergangenen Jahre zum Maßstab, dann durfte Zach-Zach in seiner Ansprache im Rahmen der Freisprechungsfeier eine wenn auch kleine, so doch erfreuliche Steigerung feststellen.

Der Obermeister dankte den ausbildenden Handwerksbetrieben für ihre Bereitschaft, einem jungen Menschen »trotz oft kleiner Meinungsverschiedenheiten und Ansichten zum Beispiel im Umgang mit Piercings und Tattoos« Fachwissen zu vermitteln und sie auf eine mitunter auch nicht einfache Berufswelt vorzubereiten.

»Ihr seid jetzt als Gesellinnen und Gesellen qualifizierte und damit für unsere Wirtschaft begehrte Fachkräfte«, so Zach-Zach, der den »einen oder die andere« aus den Reihen des Berufsnachwuchses dazu ermunterte, einen nächsten Schritt auf der handwerklichen Karriereleiter zu wagen, der zur Meisterqualifikation oder auch zu einer Verkaufsleiterposition führen kann.

Bildung lohne sich allemal, sagte Zach-Zach. Denn der Fachkräftemangel sei gerade auch in der Fleischbranche »extrem hoch«. Deshalb sei auch ein kleiner handwerklicher Unternehmer bereit, mehr Geld für gutes Personal auszugeben, wenn der Mitarbeiter selbstständig arbeiten könne und damit den Betrieb entlaste und voranbringe. Schön wäre es laut Zach-Zach, wenn möglichst viele in den qualifizierten Fleischerfachgeschäften der Region ihre Gesellenzeit fortführen und dort ihren Horizont erweitern. »Denn eines muss man ganz klar sagen: Wir sind auf euch angewiesen.«

Die Fleischer des Prüfungsjahrganges im Bereich der Fleischerinnung Gießen sind: Mika Franke (Antrifttal, Ausbildungsbetrieb Schäfer, Romrod - zugleich bestes Prüfungsergebnis), Lukas Künstler (Lich, AB Andreas Stein, Lich), Konrad Magel (Grünberg, AB Krämer, Lollar), Jonathan Schmelz (Lauterbach, AB Theo Hahn, Lauterbach) und David Ruppenthal (Langgöns, AB Ubl & Standfest, Langsdorf).

Fachverkäufer und Fachverkäuferinnen: Maximilian Blasini (Lich, AB Die Limes-Metzger, Hungen), Rene Heidrich (Pohlheim, AB Weiß/Müller, Pohlheim), Benjamin Kremer (Buseck, AB Nitsche/Rewe-Markt, Buseck), Marius Sehrt (Buseck, AB Neukauf Preiss, Buseck), Meike Ilona Funk (Linden, AB Ubl & Standfest, Langsdorf), Melanie Gorzny (Gießen, AB Krämer, Lollar), Naomi Thurn (Allendorf/Lumda, AB Bechthold, Heuchelheim) und Hanna Wipper (Pohlheim, AB Weiß/Müller, Pohlheim).

Prüfungsbeste Fachverkäuferin ist Melanie Gorzny.

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