Klage gegen amtsweg.com vor Gericht erfolgreich

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Gießen/Frankfurt (pm). Ein Führungszeugnis online beantragen? Einfach ist das leider nicht. Wer nicht aufpasst, kauft bloß einen digitalen Ratgeber, nicht das Dokument selbst. Das kann irreführend sein. Vor Gericht kämpfte die Verbraucherzentrale Hessen nun erfolgreich gegen einen Anbieter.

Wortreich erklärt die Seite www.amtsweg.com, was ein Führungszeugnis ist, wofür es gebraucht wird und was die gesetzlichen Grundlagen sind. Martina M. hatte wenig Zeit. Sie klickte schnell durch die Seite. "jetzt bestellen", "Kasse", 13 Euro. Wunderbar. Bis die E-Mail eintraf. Der Anbieter lieferte einen PDF-Ratgeber statt eines Führungszeugnisses. Verärgert meldete sie sich bei der Verbraucherzentrale.

"Aus unserer Sicht war die Seite irreführend. Durch geschickte Formulierungen und viel Text verschleierte amtsweg.com, dass lediglich PDF-Dokumente angeboten werden", so Kai-Oliver Kruske, Referent bei der Verbraucherzentrale. Erst im Rahmen eines Gerichtsverfahrens vor dem Landgericht Nürnberg verpflichtete sich das Unternehmen nun gegenüber der Verbraucherzentrale, die Seite zu überarbeiten.

Das Führungszeugnis kann online nur beim Bundesamt für Justiz unter www.fuehrungszeugnis.bund.de beantragt werden. Erforderlich sind allerdings elektronischer Personalausweis und passendes Lesegerät.

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