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Kita-Plätze vorerst gesichert

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Von: Constantin Hoppe

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Dank Container-Kitas wie dem Ritternest in Alten-Buseck gibt es wieder freie Betreuungsplätze in Buseck. © Constantin Hoppe

Die Zahl der Betreuungsplätze in Buseck hat sich stark erhöht und mit weiteren Neu- und Erweiterungsbauten soll die Lage gesichert werden. Doch es gibt auch Kritik an den Projekten.

Die bestehenden Kita-Plätze sind nach wie vor Thema in den Gremien der Gemeinde Buseck. Noch Anfang des vergangenen Jahres musste Bürgermeister Michael Ranft vermelden, dass es zu wenige Kita-Plätze in der Gemeinde gebe. Das hat sich mittlerweile gewandelt. Das berichtete der Bürgermeister am Montag in der Sitzung des Busecker Kultur- und Sozialausschusses.

In Großen-Buseck wurde aus Containern eine Übergangs-Kita auf dem ehemaligen Spielplatz in der Nelkenstraße geschaffen, ebenso in Alten-Buseck, wo die Johanniter eine größere Containeranlage als Kita in Betrieb genommen haben.

Neuigkeiten gibt es auch aus Trohe: Dort plant die Gemeinde den Ankauf einer Fläche samt Gebäude von der evangelischen Kirchengemeinde. Dort könnte eine zweigruppige Kita zur U3-Betreuung entstehen. »Ja, das Gebäude ist schon etwas in die Jahre gekommen, aber es lässt sich umsetzen«, sagte Ranft. Doch die Verhandlungen sind für den Bürgermeister noch nicht ganz zufriedenstellend: »Zuerst waren die Chancen für einen Verkauf an die Gemeinde gut, doch es heißt mittlerweile, dass die Kirchengemeinde hier lieber eine Erbpacht nutzen würde.«

Deshalb will der Bürgermeister noch einmal das persönliche Gespräch suchen: »Ich denke, es wäre besser, wenn wir die Fläche in unseren Besitz bringen könnten.«

In Oppenrod haben nun die Vorbereitungen begonnen, um eine zeitnahe Ausschreibung der Ingenieurs- und Architektenleistungen für die Vergrößerung der Kita »Pusteblume« umsetzen zu können. In Oppenrod sei der Bedarf an Kita-Plätzen sehr groß - das Neubaugebiet »Rahberg II« werde diesen Bedarf sicher noch steigern.

SPD kritisiert Kita-Pläne

Kritisch äußerte sich die SPD zu den Planungen in Trohe: »Wir haben in den letzten Monaten viel für die Kita-Situation erreicht und viele Plätze in Alten-Buseck und Großen-Buseck geschaffen«, erklärte Norbert Weigelt für seine Fraktion. »Aber wenn man auf die aktuelle Situation im Haushalt schaut, müssen wir darüber nachdenken, ob wir die neue Kita in Trohe nicht einfach lassen sollen.«

Denn nach dem aktuellen Entwurf des Haushaltplans 2023 wird die Gemeinde das Jahr mit einem Fehlbetrag von 3 552 099 Euro im Ergebnishaushalt abschließen. Der defizitäre Haushalt soll über die Entnahme von Rücklagen ausgeglichen werden. »Wir sollten alles Mögliche für die Kinder tun, das ist richtig, aber ich denke, für die nächsten zwei Jahre reichen die Kapazitäten aus«, sagte Weigelt.

Aus diesem Grund beantragt die SPD-Fraktion auch, die Haushaltspositionen für den Neu- und Erweiterungsbau der Kita mit Sperrvermerken zu versehen.

»Auch wenn wir aktuell mehr freie Plätze als Kita-Kinder haben, müssen wir ja auch die Neubaugebiete in Großen-Buseck und Oppenrod bedenken. Auch Flüchtlingskinder könnten in die Kitas kommen«, gab André Blaufelder (FW) zu bedenken. Selbst wenn keine neue Kita in Trohe entstehen sollte, wäre der Erwerb des dortigen Grundstücks zu begrüßen, um schnell auf Veränderungen reagieren zu können.

»Ja, aktuell haben wir Kapazitäten«, sagte auch Bürgermeister Ranft. »Aber ich denke, spätestens nach dem kommenden Sommer werden die Kitas wieder voll sein.«

Ebenfalls zur Lage der Tagesstätten gehört die Situation der Erzieherinnen und Erzieher: »Aufgrund der aktuell geringen Platzkapazitäten, nehmen wir aktuell keine Kinder aus anderen Kommunen auf«, erklärte der Bürgermeister. Aber: »Es gibt Erzieherinnen, die hier arbeiten und aus anderen Kommunen stammen. Da gibt es Anfragen, ob diese nicht ihre Kinder in Buseck in eine Kita bringen können.« Das könnte sich positiv auf die Gewinnung von Erziehern auswirken, sagte Ranft.

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