In der früheren neuapostolischen Kirche und dem neuen Anbau werden zurzeit 45 Kinder betreut. FOTO: KME
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In der früheren neuapostolischen Kirche und dem neuen Anbau werden zurzeit 45 Kinder betreut. FOTO: KME

Kita in früherer Kirche eröffnet

  • Jonas Wissner
    vonJonas Wissner
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Ein umstrittenes Projekt ist nun umgesetzt: Die neue Kita im Geranienweg in Annerod bietet Platz für zwei Gruppen. Bürgermeister Stefan Bechthold spricht von einem "Musterbeispiel".

Einst hielt die neuapostolische Gemeinde hier Gottesdienste ab, dann lag die Kirche brach, nun ist wieder Leben eingekehrt: Nach dem Um- und Ausbau ist die neue Kita im Geranienweg in Annerod seit einer Woche in Betrieb. Sie ist als zweiter Standort der bereits bestehenden Kita "Wirbelwind" konzipiert und trägt den gleichen Namen. Zwei Gruppen mit 25 beziehungsweise 20 Kindern zwischen zwei und sechs Jahren werden nun unter der Leitung von Fiolla Dervishi-Maliqi und ihrer Stellvertreterin Katharina Pöttner dort betreut. Bei einem Pressetermin am Freitag erläuterten Bürgermeister Stefan Bechthold und weitere Beteiligte Details zur neuen Kita.

Das frühere Gotteshaus war seit Juli umgebaut worden, außerdem wurde ein Erweiterungsbau hochgezogen. Die Baumaßnahmen inklusive Grundstückserwerb haben laut Bechthold rund eine Million Euro gekostet, etwa 600 000 Euro davon habe das Land als Fördersumme zugesagt. Der Bürgermeister betonte, dass Bauzeit und -kosten im Rahmen geblieben seien. "In einer Zeit, in der Kosten landauf, landab steigen", sei dies erfreulich.

Allerdings war ursprünglich angedacht, dass die erste Gruppe bereits im August 2019 einziehen könnte. Dabei habe es sich um eine "eher theoretische Lösung gehandelt", sagte Bechthold. Stattdessen habe man sich für die "pädagogisch sinnvollere Lösung" entschieden, dass beide Gruppen zum Jahresbeginn einziehen. Übergangsweise waren Räume in Albach für die Kita-Betreuung genutzt worden.

Die neue Kita war in der Kommunalpolitik umstritten: Den ursprünglichen Plan, das Gebäude für 25 Jahre zu mieten statt zu kaufen, war verworfen worden - auch wegen höherer Zuschüsse bei einem Kauf. Den Beschluss hatten die Gemeindevertreter unter Ausschluss der Öffentlichkeit gefasst. Die Grünen hatten nicht mit abgestimmt.

Aus Sicht des Bürgermeisters ist die nun erfolgte Umsetzung aber "ein Musterbeispiel, wie man Kinderbetreuung auf den Weg bringt", zudem ein gutes Beispiel für Innenverdichtung. Er sei froh, dass man keine Container habe einsetzen müssen. Das Gebäude samt Anbau wurde, wie Architekt Alexander Ehrenspeck erläuterte, energetisch saniert. Beide Gruppen haben einen eigenen Waschraum. Auch eine Küche und ein Bistroraum sind vorhanden. Im Untergeschoss befinden sich Personalräume und ein Schlafraum. Das Außengelände soll mit Spielgeräten gestaltet werden, sobald die Witterung es zulässt.

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