Kita-Eröffnung verzögert sich

  • VonChristina Jung
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Reiskirchen (ti). Die Kinder, die derzeit in Reiskirchen auf einen Betreuungsplatz warten, müssen noch ein wenig ausharren. Die Tagesstätte Zwergennest, die eigentlich im vergangenen Monat eröffnen sollte und Platz für zwei Krippengruppen- und eine altersübergreifende Gruppe bieten soll, wird wohl erst zum Jahreswechsel fertig sein.

Wie Erster Beigeordneter Dr. Thomas Stumpf (FW) am Montagabend in der Sitzung des Jugend-, Senioren-, Kultur- und Sozialausschusses berichtete, hatte sich die Erteilung der Baugenehmigung durch den Landkreis verzögert. Der Besitzer des Gebäudes zwischen Carl-Benz- und Siemensstraße, der dieses für die Gemeinde zur Betreuungseinrichtung umbaut und dann an die Kommune vermietet, habe erst verspätet mit der Herrichtung der Räume beginnen können. Stumpf: »Die Eröffnung wird wohl nicht mehr in 2021 sein.« Derzeit laufe der Innenausbau, nächster Schritt sei die Anschaffung von Mobiliar und Spielgeräten, so der Erste Beigeordnete.

Schwierige Suche nach Personal

An Innenausbau denkt allerdings noch nicht, wer das Gebäude derzeit aus der Nähe betrachtet. Zwar sind Decken und Wände eingezogen und auch Strom ist zumindest im Untergeschoss vorhanden. Aber noch fehlen die Fenster und auch die Verputzer sind noch nicht am Werk. Dennoch plant Besitzer und Bauherr Benjamin Becker, die frühere Lagerhalle noch in diesem Jahr an die Kommune zu übergeben. »Wir stellen spätestens bis zum 1. Dezember fertig«, versichert Becker auf Anfrage der Gießener Allgemeinen Zeitung.

Was das Personal für die neue Kita angeht, hat der Gemeindevorstand laut Stumpf Ende August die künftige Leiterin der Einrichtung ausgewählt. Man hoffe, dass diese sich mit ihrem jetzigen Arbeitgeber auf einen Auflösungsvertrag einigen könne, um sich in Reiskirchen zeitnah um das pädagogische Konzept zu kümmern und bei der weiteren Personalbeschaffung zu unterstützen.

Stumpf schätzt, dass die Gemeinde für das »Zwergennest« sieben pädagogische Fachkräfte braucht und attraktive Argumente, um diese von der Gemeinde als Arbeitgeber zu überzeugen. »Wir werden wohl bis Jahresende brauchen, um Personal zu finden und einzustellen«, so der Erste Beigeordnete.

Manfred Schmitt (SPD) regte an, schon jetzt im Bereich der Kita ein Tempolimit von 30 Stundenkilometern einzuführen, damit sich die Verkehrsteilnehmer frühzeitig an ein langsameres Fahren gewöhnen. Schmitt: »Derzeit ist dort sehr reger und schneller Verkehr.« Stumpf berichtete, dass sich der Gemeindevorstand bereits mit der Thematik beschäftigt habe und sich das Ordnungsamt darum kümmern werde.

Im Januar hatte die Gemeindevertretung den Mietvertrag für die neue Kindertagesstätte beschlossen. In der früheren Lagerhalle sollen künftig 430 Quadratmeter große Räumlichkeiten sowie ein 550 Quadratmeter großes Außengelände zur Verfügung stehen. Der Mietvertrag wird auf zunächst 15 Jahre abgeschlossen und kann bei Bedarf um weitere 15 Jahre verlängert werden. Die jährlichen Kosten für die Grundmiete werden auf 112 728 Euro beziffert. An den Start geht die Einrichtung mit drei Gruppen. Es besteht jedoch die Option, die Kita um eine vierte Gruppe zu erweitern. In diesem Fall würde aber die Miete steigen.

In Sachen Kita-Betreuung kämpft Reiskirchen seit einer Weile mit Engpässen, hatte schon 2020 Mädchen und Jungen ablehnen müssen. Die Warteliste umfasst aktuell 70 Kinder, die Mehrzahl davon unter drei Jahren. Rund 40 davon könnten im »Zwergennest« unterkommen.

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