Kindgerechte Schulhöfe

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Gießen (pm). Schulen sind heute nicht mehr nur reine Lernorte. Sie werden viel mehr zum Lebensraum für Kinder und Jugendliche, die dort deutlich mehr Zeit verbringen als noch ihre Eltern. Neben den klassischen Unterrichtsräumen braucht es daher ebenso Möglichkeiten für Ruhe, aber auch für Bewegung. Besonders die Schulhöfe spielen dafür eine zentrale Rolle.

Insofern ist die Personalie, die der Landkreis in dieser Woche verkündet hat, durchaus von Bedeutung: Steffen Hasenpflug kümmert sich in Zukunft um genau jene Belange. Er ist der erste Außenanlagenplaner des Landkreises.

»Die Aufgaben für unseren neuen Außenanlagenplaner sind vielfältig und für die Entwicklung unserer Schulstandorte zu nachhaltigen Lern- und Aufenthaltsorten ausgesprochen wichtig«, erklärte Schul- und Baudezernentin Christiane Schmahl. Bereits seit dem 1. Januar verstärke Hasenpflug die Bauabteilung.

Für Schmahl war schon früh klar, dass aufgrund der zunehmenden Bedeutung der Schulhof-Umgestaltungen ein eigener Außenanlagenplaner unabdingbar ist. »Wenn wir kindgerechte, zu Fantasie und Bewegung anregende Räume schaffen wollen, dann brauchen wir einen Experten, der die Veränderungen auf den Schulgeländen plant und fachlich begleitet«, sagte Schmahl.

In den Bereich des neuen Außenanlagenplaners fällt außerdem der Bau von Sportstätten, wie Kleinsportfeldern, Laufbahnen und Weitsprunggruben auf Schulgeländen.

350 000 Euro jährlich

Ein weiteres Thema für Hasenpflug ist die Umwandlung von ungenutzten Rasenflächen in Blühflächen auf den Schulgeländen. In Zusammenarbeit mit dem Fachdienst Naturschutz, dem Servicebetrieb und den Schulen sind hier viele Projekte denkbar.

Mit 350 000 Euro jährlich fördert der Kreis seit 2018 Bewegungsmöglichkeiten auf den Schulhöfen und ruft seine Schulen auch in diesem Jahr wieder dazu auf, formlose Anträge bis zum 31. März 2021 einzureichen.

Im Rahmen dieses Programms sind Projekte wie die Schulhofumgestaltung an der Clemens-Brentano-Europaschule in Lollar realisiert worden. Gemeinsam mit Studenten der Universität Marburg und einer auf solche Projekte spezialisierten Firma haben die Schüler die Umgestaltung selbst geplant und gebaut. Eine Fortsetzung soll in diesem Jahr stattfinden.

Auch das Multifunktionssportfeld an der Adolf-Reichwein-Schule in Pohlheim oder die Soccer-Courts an der Friedrich-Magnus-Gesamtschule in Laubach wurden bewilligt und umgesetzt.

Neben den bewegungsfreundlichen Außenanlagen gehören aber auch Möglichkeiten zur Nachmittagsbetreuung zu einem guten schulischen Angebot. So bieten die meisten Grundschulen im Landkreis mit dem Pakt für den Nachmittag mittlerweile eine pädagogische Betreuung bis 17 Uhr an. An den weiterführenden Schulen werden die Ganztagsangebote ebenfalls Schritt für Schritt ausgebaut.

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