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Die Kinder und die lange Leine

  • vonKatharina Gerung
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In manchen Großstädten ist es kein ungewöhnliches Bild mehr: Dort lassen sich Hunde in schicken Handtaschen herumtragen, werden vorn in den Fahrradkorb gesetzt oder sogar in einem Kinderwagen herumgeschoben. Sitzgelegenheiten, die eher an den Transport von Kindern erinnern.

Selbst zahlreiche "Hutas" (Hunde-Tagesstätten) - in Anlehnung an Kitas - gibt es mittlerweile. Aber was wäre ein Trend ohne Gegenbewegung? Was für Kinder funktioniert, geht auch bei Hunden - und anders herum. Schon lange gibt es darum "Leinen" und "Geschirr" für Kinder. Praktisch - vor allem wenn der Nachwuchs etwa im Doppelpack kommt. Was aber tun, wenn eine große Zahl an Kindern ausgeführt werden will? So etwa 50? Die Betreuer der Großen-Busecker Kita "Georg Diehl" adaptierten den Leinen-Trend kurzerhand und dehnten ihn noch etwas aus. Für den morgendlichen Spaziergang wurde ein langes Seil gereicht, an dem sich die Kleinen festhalten mussten. So marschierten die Kinder kürzlich sicher von A nach B. Fast wie beim professionellen "Dogwalking" im Rudel, nur etwas geordneter vielleicht. Die Kinder zumindest schienen Spaß daran zu haben und trotteten brav im Gänsemarsch. Dabei merkten sie wohl kaum, dass die gängige Redewendung, "jemanden an der langen Leine führen", für sie so ganz und gar nicht infrage kam und eine ganz gegensätzliche Bedeutung annahm.kge/FOTO: SIW

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