500 Kilogramm spezielles Futter verteilt

  • vonred Redaktion
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Gießen(pm). Der neu gegründete Rebhuhnhegering Wetterau-Gießen hat sich erstmals zu einem Erfahrungsaustausch getroffen. Rund 30 Personen haben dabei die bisherigen Erfahrungen, die Entwicklung der Besätze und das weitere Vorgehen besprochen, teilte Dieter Mackenrodt mit.

Da insbesondere zur richtigen Futterwahl sowie der Platzierung der Fütterungen immer wieder Fragen aufgetaucht waren, informierte dazu Andreas Mohr vom Rebhuhnhegering Wetterau im Rahmen einer Exkursion im Lehrrevier des Jagdvereins Hubertus Gießen. Mohr präsentierte verschiedene Schalen mit Futter und erläuterte, die natürliche Nahrung des Rebhuhns bestehe aus einer Vielzahl verschiedener Wildkräuter, die sowohl in ihrer Diversität als auch ihrer schieren Anzahl aus der Kulturlandschaft verschwunden sind. Dadurch ernähren sich Rebhühner im Winter vor allem von Blatt- und Triebspitzen von Raps und Wintergetreide. Die dadurch bedingte einseitige Ernährung und der Mangel an energiereicher Nahrung führe zu einer verringerten Vitalität. Die Futternothilfe sei "eine geeignete Maßnahme, um diesen Mangel aufzufangen".

Damit die Nahrungsverfügbarkeit dauerhaft gesichert werde, seien lebensraumverbessernde Maßnahmen anzuwenden. So diskutierten die Anwesenden über die Aussaat von Sorghum (Hirse) als alternative Energiepflanze und Nahrungsquelle für das Rebhuhn, die Problematik bestimmter Fruchtfolgen, die Einsaat von Blühmischungen auf wenig befahrenen Feldwegen und die Bedeutung von Spreu und Kaff für die Ernährung der Feldvögel.

Den anschließenden Erfahrungsaustausch leitete Mackenrodt, Vorsitzender des Jagdvereins Hubertus und Vizepräsident beim Landesjagdverband für den Bezirk Darmstadt. Mit dabei waren auch Stephan Stein von der Unteren Naturschutzbehörde des Landkreises Gießen und Dr. Nikolaus Bretschneider-Herrmann, ebenfalls Vizepräsident beim LJV und zuständiges Präsidiumsmitglied für die Bereiche Niederwild- und Naturschutz.

Mackenrodt sagte, der Landkreis habe den Antrag des Jagdvereins auf finanzielle Förderung des Rebhuhnhegerings bewilligt und die Initiative der Jäger befürwortet. Da aufgrund der Pandemie bisher ein Absprechen des weiteren Vorgehens nicht möglich war, beschränkten sich die bisherigen Maßnahmen vor allem auf die Futternothilfe. Es wurden bereits 100 Fütterungen und 500 Kilogramm spezielles Rebhuhnfutter an die Reviere ausgegeben.

In den Erfahrungsberichten aus den einzelnen Revieren zeigte sich ein differenziertes Bild, vor allem der Annahme der Fütterungen. So würden sie besonders in Revieren mit hohem Anteil an ökologisch hochwertigen Flächen und damit an ausreichend vorhandener natürlicher Nahrung gar nicht oder nur in sehr geringen Umfang angenommen. Dies bestätige, dass die Unkenrufe einiger Wissenschaftler, die Futternothilfe würde die Rebhühner abhängig und zu halbzahmen Vögeln machen, unbegründet seien.

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