Künftig betreibt das DRK auch die Kita Rüddingshausen, wo dieses Foto 2016 entstand.
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Künftig betreibt das DRK auch die Kita Rüddingshausen, wo dieses Foto 2016 entstand.

Keinerlei Vorbehalte

  • Thomas Brückner
    vonThomas Brückner
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Rabenau(tb). Zum 1. Januar werden Rabenaus Kindergärten nicht mehr von der Gemeinde betrieben. Beschlossene Sache ist der Wechsel zum DRK. Dass dieses als freier Träger höhere Landeszuschüsse zum laufenden Betrieb erhält, auf ein hohes fachliches Renommee verweisen kann, sind nur zwei Argumente pro Wechsel. Zum dritten, freilich noch nicht beschlossen, kommt hinzu: Avisierter Erwerb der Immobilien in Londorf und Rüddingshausen durch das Rote Kreuz käme der klammen Gemeindekasse sehr zupass.

Doch wie sehen die Eltern den Wechsel, weg von der Kommune, hin zu einem Freien Träger? Antworten dazu gab es am Montag bei einem Info-Abend, zu dem Vertreter von Gemeinde, DRK, Personal und Erziehungsberechtigten im Bürgersaal zusammenkamen.

Verträge werden übernommen

"Keine schlechte Idee, die Eltern sind einverstanden", fasst Nadeschda Meier das Ergebnis zusammen. Und nicht nur das, hoffe man doch vielmehr, dass auch kleinere Probleme ausgeräumt würden, sagte die Vorsitzende des Elternbeirats. Etwa, dass es dem DRK als größerer Organisation leichter falle, krankheitsbedingte Engpässe auszugleichen. Die habe es ab und an gegeben, als Beispiel nannte sie das Turnen für die "Schulkinder". Als zweites Beispiel positiver Erwartungen nannte Meier die Anschaffung neuer Spielgeräte.

Apropos: Größere Investitionen ins Außengelände soll der neue Betreiber für beide Kitas bereits zugesagt haben. Und wie der GAZ aus Kreisen der Belegschaft - rund 30 Beschäftigte, viele in Teilzeit - bestätigt wurde, würden alle Verträge unbefristet übernommen, gebe es mithin keinen Nachteil beim Gehaltsniveau. Nicht zu vergessen: Anerkannt wird auch hier der hohe Standard des DRK, personell wie auch die pädagogische Qualität betreffend.

Zum neuen Jahr also wechselt der Betreiber, zum 1. August, so zumindest das Ziel der Verwaltung, soll das DRK zudem vom Mieter zum Eigentümer werden. Kaufpreis der Immobilien: 2,5 Millionen Euro. Freilich eine Schätzung, zum Frühjahr soll ein Gutachten den exakten Wert beziffern, soll dann die Gemeindevertretung endgültig entscheiden. Zusammen mit dem Verkauf des Freizeitcamps am "Melmes" erhofft sich Rabenaus Kämmerer eine Einnahme von drei Millionen Euro. Die Summe solle komplett in die Finanzierung dringender Investitionen (senkt Kreditaufnahme) beziehungsweise zum weiteren Schuldenabbau (senkt Tilgungssumme) fließen.

"Als Gemeinde sind wir nun mal zuständig für die Kinderbetreuung", schickt Bürgermeister Florian Langecker grundsätzlich voraus, als die Sprache auf die von der Gemeinde zu tragenden Unterhaltungskosten kommt; in der HFSA-Sitzung zu Monatsbeginn war dies bekanntlich der einzige Streitpunkt gewesen.

Nach dem Stand der (Vertrags-)Dinge überweist Rabenau eine Pauschale von 200 000 Euro für laufende Bewirtschaftungskosten; darin auch der Verwaltungsaufwand für die Kinderbetreuung, der bisher gar nicht im Etat auftauchte. Größere Reparaturen aber - Beispiele könnten eine neue Heizung oder ein neues Dach sein - würden auf die Rechnung der Gemeinde gehen. Vorgesehen ist hier ein paritätisch besetztes Gremium, das über Bedarf und Art der Investition befinden würde.

Das Fazit Langeckers zu dem Gesamtkonstrukt aber ist eindeutig: "Wirtschaftlich ist das für uns klar von Vorteil." ARCHIVFOTO: TB

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