Die Licher Heinrich-Neeb-Straße ist eine Tempo-30-Zone. Das Verkehrsministerium hält Zebrastreifen in solchen Zonen für überflüssig. FOTO: PAD
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Die Licher Heinrich-Neeb-Straße ist eine Tempo-30-Zone. Das Verkehrsministerium hält Zebrastreifen in solchen Zonen für überflüssig. FOTO: PAD

Keine "Zebras" in der 30er-Zone

  • Patrick Dehnhardt
    vonPatrick Dehnhardt
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Warum gibt es in vielen Straßen der Licher Innenstadt eigentlich keine Zebrastreifen und Ampeln? Diese Frage stellten sich die Grünen - und einen Antrag dazu. Die überraschende Antwort: Sie gelten dort als überflüssig.

Es gibt Menschen, die gerne fünf Meter vor oder hinter einem Zebrastreifen die Straße überqueren. Und es gibt Menschen, die sich über solch eine Querungshilfe freuen - da sowohl die Autofahrer als auch die Fußgänger sich darauf einstellen können, dass sich die Wege kreuzen.

In der Licher Innenstadt kreuzen täglich viele Fußgänger die Straße. Die Licher Grünen haben dies beobachtet und dabei festgestellt, dass es in vielen Straßen keine Zebrastreifen oder Fußgängerampeln gibt. Sie stellten im Haupt- und Finanzausschuss am Mittwochabend den Antrag, die Einrichtung solcher Querungshilfen für die Straßen Oberstadt, Am Schwanensee, Ringstraße, Bahnhofstraße, Heinrich-Neeb-Straße und Unterstadt zu prüfen.

Ronald Köhler (SPD) konnte dieses Ansinnen zwar verstehen, erklärte jedoch: "Im Bereich von Tempo-30-Zonen sind Ampeln und Fußgängerüberquerungen nicht mehr zulässig." Die Grünen stellten daraufhin ihren Antrag zurück.

Tatsächlich heißt es in Paragraph 45 der Straßenverkehrsordnung, dass in Tempo-30-Zonen Ampeln nicht vorgesehen sind. Nur sehr alte Anlagen haben Bestandsschutz, das Aufstellen neuer Ampeln ist nicht vorgesehen.

Bei Zebrastreifen hingegen ist die Formulierung recht schwammig. An mehreren Stellen liest man in Empfehlungen, dass diese in Tempo-30-Zonen überflüssig seien, da in solchen Verkehrsbereichen an allen Stellen mit die Straße überquerenden Fußgängern zu rechnen wäre.

Auch in den für die Einrichtung von Zebrastreifen gültigen "Richtlinien für die Anlage und Ausstattung von Fußgängerüberwegen" heißt es, dass sie "in Tempo-30-Zonen in der Regel entbehrlich" sind. In diesen Richtlinien steht zudem, dass ein Zebrastreifen nur an einem Punkt möglich ist, an dem mindestens 50 Fußgänger pro Stunde in Spitzenzeiten die Straße queren wollen - bei gleichzeitig mindestens 200 Fahrzeugen in derselben Stunde. Empfohlen wird die Querungshilfe allerdings erst bei mindestens doppelt so vielen Fußgängern und Fahrzeugen pro Stunde.

Im Zuge der Diskussion im Haupt- und Finanzausschuss fragte Markus Pompalla (CDU) nach, was aus den Plänen für ein Verkehrskonzept nach dem Bürgerbeteiligungsworkshop geworden sei. Bürgermeister Julien Neubert erklärte, dass das Konzept vor wenigen Tagen mit der Post gekommen sei. Sobald die Covid-19-Beschränkungen es zuließen, solle ein weiterer Workshop stattfinden.

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