Wie viel Breitband in den Ortschaften verlegt wird, haben die politischen Gremien in den Kommunen beschlossen. (Symbolbild)
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Wie viel Breitband in den Ortschaften verlegt wird, haben die politischen Gremien in den Kommunen beschlossen. (Symbolbild)

Glasfaseranschlüsse

Breitbandausbau im Landkreis Gießen: Keine »weißen Flecken« mehr

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Rund 1000 Haushalte und etwa 100 Schulen in Stadt und Landkreis bekommen einen Glasfaseranschluss bis ins Gebäude gelegt. Der Zuschlag ist der Telekom erteilt worden.

Gießen (pm). Die dritte Stufe des Breitbandausbaus im Landkreis kann beginnen. Rund 1000 Haushalte und etwa 100 Schulen in Stadt und Landkreis bekommen einen Glasfaseranschluss bis ins Gebäude gelegt. Der Zuschlag ist der Telekom erteilt worden. Sie habe das wirtschaftlichste Angebot abgegeben, heißt es einer Pressemitteilung des Landkreises.

»Damit schaffen wir ein weiteres wichtiges Stück Infrastruktur, das zur Zukunftsfähigkeit des Landkreises beiträgt«, sagt Landrätin Anita Schneider. »Glasfaser bis ins Haus ermöglicht leistungsfähige Datenanbindungen, die in allen Bereichen des Alltags nötig sind - in erster Linie für Wirtschaft und Bildung.« Im Rahmen der Ausschreibung habe man den prioritären Ausbau für die Schulen erfolgreich verhandelt.

Landkreis Gießen: 98 Prozent der Haushalte haben bereits Anschluss an das schnelle Internet

In den beiden vorherigen Breitband-Ausbaustufen wurden bereits etwa 98 Prozent der Haushalte im Kreis mit Anschlüssen an das schnelle Internet versorgt. In der Ausbaustufe 3 werden nun Schulen und öffentliche Gebäude mit Glasfaser bis ins Haus ausgestattet. Außerdem werden die »weißen Flecken« nachverdichtet - das heißt, zwei Prozent der Haushalte, die derzeit noch keinen Breitbandanschluss haben, werden ebenfalls angebunden.

Dazu zählen Haushalte, die bislang für die digitale Datenübertragung weniger als 30 Mbit/s zur Verfügung hatten. Das ist der Schwellenwert, der von der EU-Kommission festgelegt wurde - zugleich Voraussetzung für eine Förderung des Breitbandausbaus.

Die dritte Ausbaustufe erfolgt über einen Zeitraum von 48 Monaten in 17 Städten und Gemeinden im Kreisgebiet und in der Stadt Gießen. Die Koordination und Kommunikation übernimmt weiterhin die Breitband Gießen GmbH.

Glasfaseranschlüsse im Kreis Gießen: Insgesamt 100 Schulen auf der Liste

»Das europaweite Ausschreibungsverfahren als Teil eines mehrstufigen Verhandlungsverfahrens hat viel Zeit in Anspruch genommen. Zudem sind die formalen Vorgaben sehr komplex, wenn Fördergelder in diesem Bereich in Anspruch genommen werden«, sagt Stefan Becker, Geschäftsführer der Breitband Gießen GmbH.

Mit der Auftragsvergabe beginnt nun die konkrete Planung beider Ausbauphasen. Das beinhaltet die genaue Festlegung der Reihenfolge beim Ausbau. Wie viel Breitband in den jeweiligen Ortschaften verlegt wird, haben die politischen Gremien in den Kommunen selbst beschlossen. Das Vorgehen ist komplex, weil vorhandene Strukturen wie bereits verlegte Leerrohre genutzt werden müssen, der Ausbau zugleich aber auch an Richtlinien und Vorgaben gebunden ist und die Kosten stets im Blick behalten werden müssen.

In der ersten Ausbauphase liegt die Priorität nun auf der Anbindung der Schulen und besonders kritischer Anschlusspunkte. Begonnen wird der Ausbau an jeweils zehn Schulen in der Stadt und im Landkreis Gießen. Insgesamt stehen etwa 100 Schulen aus kommunaler und freier Trägerschaft auf der Liste, die innerhalb von 24 Monaten schnelles Internet bis in die Klassenzimmer bekommen sollen.

Breitbandausbau im Landkreis Gießen: Investitionskosten von rund 26 Millionen Euro

Für Kreis-Schuldezernentin Dr. Christiane Schmahl und ihre Kollegin Astrid Eibelshäuser, Schuldezernentin der Stadt Gießen, ist dies eine wichtige Voraussetzung für die Nutzung digitaler Bildungsmöglichkeiten. »Die Corona-Pandemie und der damit verbundene Distanzunterricht haben gezeigt, wie wichtig leistungsfähige Datenanbindungen sind«, sagt Schmahl. Videokonferenzen werden nach Verlegung der Glasfaser-anbindungen hoffentlich kein Problem mehr sein.«

Nach der Anbindung der Schulen werden in den darauffolgenden 24 Monaten weitere öffentliche Einrichtungen wie Rathäuser, Feuerwehrhäuser sowie außenliegende Höfe und Gewerbestandorte an das schnelle Internet angeschlossen.

Insgesamt bringt der Breitbandausbau Investitionskosten von rund 26 Millionen Euro mit sich. Der Bund bezuschusst den Ausbau mit 50 Prozent der förderfähigen Kosten. Das Hessische Ministerium für Digitale Strategie und Entwicklung hat ebenfalls Unterstützung zugesagt. »Die hessische Landesregierung misst der Versorgung der Schulen mit gigabitfähigen Anschlüssen eine besonders hohe Bedeutung zu«, sagt Digitalministerin Kristina Sinemus. »Eine gute digitale Infrastruktur ist auch für Unternehmen ein wichtiger Wettbewerbsfaktor, um die lokale Wirtschaft krisenfester zu gestalten.« Die Landesregierung hat für den Gigabit-Ausbau von 2020 bis 2024 Mittel in Höhe von rund 270 Millionen Euro vorgesehen.

Breitbandausbau: Landkreis Gießen arbeitet an einem „Masterplan“

Damit sei das Thema Breitband im Landkreis aber noch nicht zu Ende, heißt es in der Pressemitteilung. Parallel zur Ausbaustufe 3 arbeite der Kreis an einem Masterplan, der die Ziele der hessischen Gigabit-Strategie für den Kreis aufnimmt. Dazu gehörten der flächendeckende Ausbau von Glasfaseranschlussnetzen für jeden Haushalt sowie die Weiterentwicklung der Mobilfunk-infrastruktur mit einem schrittweisen Ausbau der 5G-Netze.

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