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Keine Kita an der Grillhütte

  • Thomas Brückner
    vonThomas Brückner
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Von Laubachs Stadtvätern ausgeguckte Standorte, um den eklatanten Mangel an Kita-Plätzen zu beheben, kommen nicht infrage. So das Ergebnis jüngster Konsultationen mit dem Landkreis. Heißt für die örtliche Politik: die Suche geht weiter. Ideen und Angebote von privaten Immobilienbesitzern sind im Rathaus willkommen.

Der Reihe nach: Das perspektivische, nur auf Geburtenzahlen beruhende Defizit in Laubach ist zuletzt stark angestiegen, wird auf gut 130 Kita-Plätze taxiert. 87 davon machen allein die unter Dreijährigen aus, für die eine der schnell und günstig zu schaffende Waldgruppe ausgeschlossen ist. Zwecks Deckung der Lücke hat das Stadtparlament die Wiedereröffnung des Waldkindergartens in Freienseen (erledigt) sowie der Schaffung zwei neuer Standorte beschlossen. Allein vier Gruppen sollten in der Gemeinschaftsunterkunft am Ramsberg entstehen, die Laubach vom Kreis übernehmen wollte und wofür sich 400 000 Euro im Etatentwurf 2021 finden. Jüngste Gespräche mit dem Landratsamt jedoch, so Bürgermeister Peter Klug, brachten dann die Ernüchterung: Sogenannte »Laumann-Häuser« würden danach für Flüchtlinge benötigt, zumal die zweite Laubacher Unterkunft am Bahnhof für die Produktionsschule wegfalle.

Damit nicht genug: Auch der Standort an der Grillhütte Gonterskirchen (Foto), wo es eine Kombi-Lösung aus Haus- und Waldgruppe geben sollte, ist gescheitert. Die Bauaufsicht habe klargestellt, dass geplante drei oder vier Wohncontainer - anders als etwa ein Bauwagen als Schlechtwetterschutz - eine Außenbereichsbebauung darstellten. Fazit: nicht genehmigungsfähig. Fraglich ist für den Rathauschef überdies, ob Bedarf für eine weitere, vierte Waldgruppe in Laubach besteht.

CDU/FW: Zu wichtig für Laubach

Schlechte Nachrichten, die am Dienstag die Haushaltsberatung der Parlamentsausschüsse überstrahlten. Für die Übergangslösungen - langfristig sollen Neubauten geschaffen werden - hat der Magistrat Ausgaben von 500 000 Euro etatisiert. Die Summe steht nun weiter für die Suche nach Alternativen bereit.

Wofür Dirk Oßwald (FW) etwa die demnächst leerstehende Postfiliale in der Stiftstraße ins Gespräch brachte. Auf dessen Anregung wird die Verwaltung überdies die vom Bund gewährten Zuschüsse von bis zu 250 000 Euro je Gruppe ermitteln und noch als Einnahmen in die Finanzplanung einarbeiten.

Was die weitere Etatberatung angeht, so folgte die Mehrheit dem SPD-Antrag, für 10 000 Euro den Graben entlang der Landesstraße in Röthges zu verrohren, um endlich einen Fußweg zum Neubaugebiet zu schaffen. Kein Erfolg hatten die Genossen dagegen mit ihrem Vorstoß, die ab 2022 geplante Freibadsanierung - inklusive der 250 000 Euro für Attraktivitätssteigerung mit 3,8 Millionen veranschlagt - um ein Jahr zu verschieben. Fraktionschef Roes-chen mit Blick auf die Schulden: »Es geht nicht anders«. Für Björn Erik Ruppel (CDU) eine »etwas dünne Begründung«, seien die Schulden doch auch das Jahr darauf noch vorhanden. Ebenso mutmaßte Dirk Oßwald, die SPD wolle das Vorhaben »durch die Hintertür kippen.« Zu wichtig aber sei das Bad für Laubach. Und: »Es geht sehr wohl, der Etat ist genehmigungsfähig, wir verfügen über Rücklagen.«

Ebenso abgelehnt wurde der SPD-Antrag, die 700 000 Euro für den Radweg nach Freienseen bis zur Klärung der Trassenführung zurückzustellen (über den Kauf einer Tunnelröhre wird noch verhandelt, ein 90-Prozent-Zuschuss des Bundes erhofft, die Red.). Roes-chen: »Ein neuer Radweg, der vor einem zugemauertem Tunnelportal endet, ist sinnlos.« Die FW/CDU-Mehrheit sah es auch hier anders. Am Ende der Haushaltsberatung stand - bei Nein-Stimmen nur von SPD und BfL - die Beschlussempfehlung ans Plenum. tb/Foto: tb

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