Keine halben Sachen

  • Thomas Brückner
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Laubach(tb). "Alles hat zwei Seiten" - die Redensart, oft fälschlicherweise genutzt, in diesem Fall trifft sie zu: Jochen Bantz, seit März 2016 Laubachs Sozialkoordinator, hat zum 1. Februar gekündigt. Also stellt sich den Stadtvätern wieder mal die Frage, wie umgehen mit der Vakanz in der Jugendarbeit. Die zweite, positive Seite der Medaille: Bantz hat gekündigt, weil das Gästehaus am Ramsberg - von seinem Arbeitgeber, dem Verein "TOKO e.V., gepachtet - seine Angebote erweitern will.

Was Bantz’ vollen Einsatz als Leiter des Hauses verlangt, das hier seit gut vier Jahren Freizeiten für Kinder mit ADHS, Asperger-Autismus und Hochbegabung anbietet.

Inzwischen würden die Freizeiten mit Komplettversorgung und einer sehr guten 1:4-Betreuung vermehrt auch aus der Region gebucht. Die insgesamt steigende Nachfrage sei Anlass, sich neu aufzustellen. Neue Formate würden entworfen, um die (Platz-)Kapazitäten des Hauses noch stärker zu nutzen. Unter anderem wolle man vor Ort vermehrt Beratungsangebote für diese Klientel aufbauen.

Der 50-Jährige: "Dies bedarf meiner ganzen Aufmerksamkeit. Diese Arbeit ist nun mal mein Lebensinhalt. Es wäre nicht korrekt und fair, bei der Stadt weiterzumachen." Sagt’s und fügt an, der Schritt falle ihm "sehr, sehr schwer." So ganz aus der Jugendarbeit will er sich doch nicht zurückziehen. Dem Roof-Club ("läuft prima") stehe er weiter zu Seite - nur eben im Ehrenamt.

Von der Neustrukturierung, also noch mehr als die bisher schon "einige tausend Teilnehmer" an den Freizeiten, dürfte auch Laubach profitieren. Bantz zufolge sind 90 bis 95 Prozent der Lieferanten vor Ort ansässig. Nicht zu vergessen: Das Haus am Ramsberg ist Stützpunkt des Hessischen Wassersportzentrums mit allein schon rund 6000 Übernachtungen.

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