»Kein Geschäftsmodell«

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Gießen/Lich (pm). »Wertschätzung und faire Entlohnung - das sollten die Beschäftigten der Asklepios-Klinik in Lich und der Uni-Klinik in Gießen uns wert sein!« Die SPD im Kreis Gießen unterstützt Belegschaft und Betriebsrat in ihrer Forderung nach besseren Arbeitsbedingungen und einem einheitlichen Tarifvertrag für alle Beschäftigten.

Die Corona-Pandemie habe deutlich vor Augen geführt, wie wertvoll und wichtig die Arbeit aller Mitarbeiter in den Kliniken ist. »Es kann nicht sein, dass die Pflegekräfte eben noch gelobt wurden, aber immer noch nicht besser entlohnt werden«, sagt Norbert Weigelt von der SPD-Kreistagsfraktion.

Mitglieder der Fraktion hatten sich mit Vertretern des Betriebsrats der Asklepios-Klinik Lich getroffen, um sich einen Eindruck von der aktuellen Situation zu verschaffen. Die Beschäftigten seien trotz aller Arbeitsbelastung sehr motiviert. Das Pflegepersonal leide aber darunter, nicht so viel Zeit für jeden Patienten zu haben, wie für eine zufriedenstellende Betreuung gebraucht werde. Das Betriebsklima leide unter der Aufsplitterung der Beschäftigten, erklärte Anette Henkel.

Ärztliches, pflegerisches und sonstiges Personal solle bei Asklepios angestellt bleiben. Reinigung, Versorgung, Hilfsdienste oder technisches Personals sollten in Servicegesellschaften ausgelagert werden. Fraktionsmitglied Peter Pilger: »Unser Eindruck ist, dass die Klinikleitung durch das Outsourcen in Service-GmbHs die Belegschaft spalten, den Betriebsrat schwächen und die betriebliche Mitbestimmung aushöhlen will.«

Mit Unverständnis reagieren die Sozialdemokraten darauf, dass Asklepios es ablehnt, mit der Gewerkschaft Ver.di zu verhandeln. Stattdessen verhandelt Asklepios mit der Gewerkschaft »DHV - Die Berufsgewerkschaft«, die bei der Belegschaft nicht als Vertreterin der Arbeitnehmer wahr- genommen werde.

»Grundsätzlich«, so Fraktionsvorsitzende Sabine Scheele-Brenne, »halten wir die Privatisierung von Krankenhäusern für den falschen Weg«. Eine Beurteilung nach betriebswirtschaftlichen Kriterien sei wenig förderlich, wenn teure Operationen Gewinn bringen, aber sorgfältige, gründliche Pflege koste. Scheele-Brenne: »Ein Krankenhaus ist als Geschäftsmodell nicht geeignet!«

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