Kein Anlass mehr für Streitereien

  • Thomas Brückner
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Rabenau(tb). Hätten Sie’s (noch) gewusst? Am 16. Februar war es, dass 4156 Rabenauer zum ersten Bürgerentscheid in der Geschichte der Lumdatalgemeinde aufgerufen worden waren. Um so eine Antwort auf die Streitfrage der letzten beiden Jahre zu erhalten: Um- und Anbau oder Neubau des Feuerwehrgerätehauses Geilshausen? 1031 votierten für den Neubau, nur 322 dagegen.

Auch wenn das Quorum von 25 Prozent der Wahlberechtigten um gerade mal sieben Stimmen verfehlt wurde, das Ergebnis des Bürgerentscheids war so was von deutlich, dass ihm die Gemeindevertretung bald darauf folgte.

Gut vier Monate später, und das Thema hat offensichtlich an Brisanz eingebüßt. Nur kurz flackerte sie am Montag noch auf, als der Bauausschuss die Beratung zur Bebauungsplanung aufnehmen wollte und Michael Harnack (CDU) - seit jeher erklärter Gegner des Neubaus - mit entsprechender Kommentierung wegen Interessenskollision (§ 25 HGO) den Saal verlassen musste. Der CDU-Politiker ist als Nachbar unmittelbar Betroffener.

Der Neubau eines Stützpunktes wird am Ortsausgang Richtung Odenhausen errichtet werden. Die Kosten, so eine ältere Schätzung, belaufen sich auf rund 1,7 Millionen Euro.

Zuschuss liegt vor, Kaufvertrag erledigt

Der Kaufvertrag über das Grundstück ist inzwischen notariell beurkundet, und auch der Bescheid über einen von 150 000 auf 288 000 Euro erhöhten Landeszuschuss liegt seit Kurzem vor.

Bürgermeister Florian Langecker und Bauamtsleiter Thomas Mohr mahnten vorm Fachausschuss eindringlich, für den Stützpunkt einen eigenen Bebauungsplan aufs Gleis zu setzen - klar abgetrennt vom jetzt ebenso gestarteten B-Planverfahren fürs direkt angrenzende, hier aber von einem privaten Investor erschlossenen Baugebiet "Londörfer Feld." Erhöhte Rechtssicherheit lautet hier ein Hauptargument.

Was etwas verwundert: Das Grundstück gegenüber der Tankstelle ist de jure Außenbereich. Ohne Überplanung wäre daher für den Bauantrag keine Genehmigung zu erhalten. Der soll nun parallel zur Bauleitplanung vorbereitet werden. Im Groben stehe der Entwurf, hieß es, stünden doch die Bedarfe eines Stützpunktes für ehedem zwei Wehren (etwa Zahl der Fahrzeugboxen) oder die Zufahrtsregelung über Grünberger Straße und Steinesweg fest. Klar ist auch, dass den behördlichen Auflagen, vor allem zum Unfallschutz, zu genügen ist. Läuft alles nach Plan dürften die Arbeiten 2021 beginnen.

Bei einer Neinstimme bzw. einer Enthaltung der CDU votierten Bau- und Hauptausschuss mit klarer Mehrheit für die Aufstellung des B-Plans.

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